Der bundesweite Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat den Betrieb von Europas größter Fluggesellschaft am Freitag zum großen Teil lahmgelegt. Mehr als 1000 der knapp 1800 planmäßigen Flüge fielen aus. Auch am Münchner Flughafen war es ungewöhnlich ruhig - dort wurde die Hälfte der 620 Starts und Landungen von Lufthansa gestrichen. In Nürnberg fielen bis zum späten Freitagvormittag fünf Flüge nach Frankfurt, Hamburg und München aus. Inzwischen keimt Hoffnung auf eine Lösung des Tarifkonflikts: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo teilte mit, es gebe erste Signale für eine Annäherung.

Die Lufthansa hat nach der frühzeitigen Ankündigung des Streiks schon ab Mittwoch mehr als 60 000 Passagiere per SMS und E-Mail über die Ausfälle informiert, wie Lufthansa-Sprecher Stephan Sellmaier in München sagte. Deshalb sei die Lage vor Ort jetzt sehr entspannt. "Am Terminal 2 ist es deutlich ruhiger als an einem normalen Tag. Die Fluggäste wissen, dass gestreikt wird, und haben sich rechtzeitig darauf eingestellt", sagte Flughafen-Sprecher Florian Steuer. Niemand habe die Nacht auf einem Feldbett im Terminal verbringen müssen.
Auf dem Münchner Terminal 1, der von den anderen Fluggesellschaften genutzt wird, herrschte "ganz normaler Betrieb, wie immer", sagte der Flughafen-Sprecher. Eine Air-Berlin-Mitarbeiterin sagte, es gebe keinen zusätzlichen Andrang an ihren Schaltern, alles laufe wie gewöhnlich.

Obwohl die Hälfte der Lufthansa-Maschinen am Boden bleiben musste, wurden die Stellplätze nicht knapp. "Terminal 2 ist nicht vollgeparkt. Wir haben keinerlei Parkplatzproblem", sagte Steuer. Wo Umsteiger nicht weitergekommen wären, hatte die Lufthansa auch viele Flüge aus Amerika oder Asien annulliert.

Die Gewerkschaft Ufo plant zunächst keine weiteren Streiks mehr, wie Ufo-Chef Nicoley Baublies am Freitag in Frankfurt sagte. Es gebe eindeutige Anzeichen einer Annäherung. "In den nächsten zwei Tagen kommt es auf Gespräche an", erklärte er. Lufthansa-Sprecher Klaus Walther sagte in Frankfurt, es gebe "zarte Kontakte" mit der Gewerkschaft. Ufo fordert von der Lufthansa fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. dpa