Die Veranstalter hatten mit 15.000 Teilnehmern gerechnet. Häufig sei es wegen der Hitze zu Kreislaufproblemen bei Teilnehmern gekommen.

Die Demonstranten setzten sich drei Schwerpunkte: "Wir wollen TTIP stoppen, das Klima retten und Armut bekämpfen", erklärte Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschland. Es brauche eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, die andere Länder nicht als "billige Rohstofflieferanten" missbrauche. Die Demonstranten solidarisierten sich mit den Menschen weltweit, die auf der Flucht sind.

Eine weitere Forderung der Protestler war der Ausstieg aus der Kohleenergie. "Schaltet die Klimakiller Nummer 1 endlich ab", appellierte Hiksch an die Politik. Auch Gentechnologie und Fracking sollten verboten werden .
Nach dem Zug durch die Innenstadt gibt es ab 17 Uhr eine Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz. Dort werden auch prominente Unterstützer wie Jean Ziegler, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Kabarettist Hans Söllner und Musiker Hans Well auftreten.

Auch rund um den Tagungsort in Elmau, wo am Sonntag und Montag die Staats- und Regierungschefs von sieben wichtigen Industrienationen tagen wollen, blieb es am Donnerstag ruhig. "Alles entspannt, tolles Alpenpanorama", sagte Benjamin Ruß vom Aktionsbündnis Stop G7 Elmau in Garmisch-Partenkirchen. Im Protest-Camp der G7-Gegner kamen nach Angaben der Organisatoren zwischen 250 und 300 Menschen an.

Knapp drei Monate nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei der Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt bereitet den Sicherheitsbehörden rund um Elmau der mögliche Aufmarsch von Autonomen Kopfzerbrechen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Mittwoch betont, es würden "mindestens zwei- bis dreitausend gewaltbereite Leute" erwartet.

Nach Angaben von Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sind Autonome bereits in Garmisch-Partenkirchen eingetroffen. "Wir spüren durch Kontrollen sehr wohl, dass sich linksextreme autonome Personen hier aufhalten", sagte Kammerer am Donnerstag. Zum Schutz des Gipfels sind mehr als 19 000 Beamte im Einsatz - 17 000 in Deutschland, 2100 im benachbarten Tirol. Herrmann sprach vom größten Polizeieinsatz der bayerischen Geschichte.