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Frostige Feiertage: Dieses Wetter erwartet uns an Ostern

Keine frühlingshaften Aussichten für das Wetter an den kommenden Tage und Ostern - ganz im Gegenteil: Die Temperaturen sinken teilweise unter den Gefrierpunkt. In höheren Lagen muss man sogar mit Schnee rechnen.
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Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby ++
Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby ++
Sturmböen, Regen, Frost und Schnee: Die Wetteraussichten für die kommende Woche lassen Frühlings-Fans erschauern. Dabei müssen sich die Franken bis Karfreitag zunächst weiterhin auf stürmische Zeiten einstellen. "Der Höhepunkt wird am Dienstag sein, dann kommt das Sturmtief Niklas. Dabei erreichen die Region Sturmböen um die 90 Kilometer pro Stunde", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Auch der Herzogenauracher Wetterexperte Stefan Ochs kündigt an, dass der Dienstag "Potenzial für Orkanböen in Franken" bietet.

Am Mittwoch und am Donnerstag soll es windig bleiben. "Immer wieder sind Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde möglich", informiert Dominik Jung. Hinzu kommt sehr viel Regen. "Die Pegel des Mains und der Nebenflüsse können stark ansteigen."

Heftiger Wind hatte bereits in der Nacht zum Montag in Bayern mehrere Bäume entwurzelt, Bauzäune umgeworfen und Plakate abgerissen. Vor allem in Oberfranken mussten die Einsatzkräfte zu mehr als 30 Einsätzen wegen Sturmschäden ausrücken, teilte die Polizei in Bayreuth mit. In Coburg beschädigte ein entwurzelter Baum sieben Fahrzeuge auf einem Parkplatz. Im Landkreis Kulmbach mussten gleich drei Dörfer zeitweise ohne Strom auskommen. Auch in Unterfranken wurden etwa 30 Einsätze im Zusammenhang mit dem Wetter gemeldet.

Trotzdem: Während das Sturmtief in anderen Teilen Deutschlands noch größere Schäden angerichtet hat und mehrere Menschen durch umfallende Bäume verletzt wurden, hielten sich die Schäden in Bayern in Grenzen. "Alles ist sehr glimpflich verlaufen", sagte ein Polizei-Sprecher. Für das Oberallgäu und den Landkreis Lindau gab der Deutsche Wetterdienst am Montag aber eine Unwetterwarnung heraus.

Was Frühlings-Fans besonders ärgern wird: Nicht nur mit Sturm und Regen muss man in Franken in den kommenden Tagen rechnen, es wird auch immer kälter. Die Temperaturen sinken teilweise unter den Gefrierpunkt. "In der Tat kann es Schneeflocken bis in tiefe Lagen geben. Die höheren Lagen ab 300 bis 400 Meter können sogar richtig weiß werden, wenn auch nur kurz", blickt Jung voraus.

Der Meteorologe macht zudem wenig Hoffnung auf frühlingshafte Ostertage. Ausgedehnte Sonnen-Spaziergänge sind heuer definitiv nicht drin. "Am Sonntag erwarten uns beispielsweise morgens Temperaturen von minus ein Grad Celsius. Hinzu kommen einzelne Schneeschauer und Tageshöchstwerte um sechs Grad." Ein wenig Besserung sei für Ostermontag in Sicht. "Da gibt es mehr Sonne als Wolken und es bleibt bei bis zu zehn Grad trocken."

Leicht wehmütig blickten Frühlings-Fans da auf das Vorjahr zurück: An Ostern - Gründonnerstag fiel damals auf den 17. April - wurde in einigen Regionen immer wieder die 20-Grad-Marke geknackt. Wann das in Franken mal wieder der Fall ist, bleibt offen. Immerhin sagen die Experten voraus, dass sich die Wetterlage nach den Feiertagen beruhigt. "Nach Ostern wird es wärmer und ruhiger", sagt Jung.


Lawinenegefahr in den Alpen

Sturm und Regen haben die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen stark anwachsen lassen. Unterhalb von 2000 Metern galt am Montag in den Allgäuer Alpen die zweithöchste der fünf Warnstufen, wie die Lawinenwarnzentrale Bayern mitteilte. Im Tagesverlauf wurde auch in den Ammergauer Alpen und in der Zugspitz-Region ein Anstieg der Lawinengefahr auf die Warnstufe vier erwartet. In allen anderen Regionen sowie in den Hochlagen oberhalb von 2000 Metern herrscht erhebliche Lawinengefahr. dpa

Dass sich das Wetter zuletzt speziell an den Wochenenden eher von seiner schlechteren Seite gezeigt hat, ist nach Ansicht von Diplom-Meteorologe Dominik Jung kein dauerhaftes Wetterphänomen. "Das nennt man dann wohl Zufall. Das Wetter kennt keinen Kalender."