Im Landtag haben alle fünf Fraktionen gemeinsam ein Gesetz entworfen, das die "Inklusion" behinderter Kinder an den Regelschulen erleichtern soll. Das Förderschulsystem soll aber nicht abgeschafft werden. Der Entwurf passierte am Dienstag das Kabinett und geht nun zur Verabschiedung zurück in den Landtag. Der Elternverband dagegen meint, dass alle Kinder - behinderte und nichtbehinderte - ohnehin zusammen in einer Schule lernen sollten und eine "Rückführung" behinderter Kinder an die Regelschulen nicht nötig sein sollte. "Inklusion bedeutet: Alle Kinder lernen von Anfang an zusammen, keines braucht nachträglich wieder integriert zu werden", erklärte Paede.

Auf lange Sicht könne man deshalb die Förderschule nicht erhalten. Auch das reiche Bayern könne es sich nicht leisten, zwei parallele Schulsysteme zu finanzieren - Regelschulen und "ein besonderes für diejenigen, die noch nicht wirklich dazugehörten". Der Elternverband kritisiert außerdem, dass die Schulverwaltung auch künftig entscheiden kann, ob ein behindertes Kind eine Regelschule besucht oder nicht. "Die Wahlfreiheit bestehe nur darin, sein Kind freiwillig an der Schulart mit dem niedrigeren Lernanspruch anzumelden", klagte Paede.