Bei dem Bürgerentscheid in der Landeshauptstadt hatten am Sonntag 54,3 der Wähler gegen das Milliardenprojekt gestimmt, nur 45,7 Prozent stimmten dafür. Die Wahlbeteiligung lag bei 32,8 Prozent.

Damit kann die dritte Startbahn faktisch auf Jahre hinaus nicht gebaut werden. Denn das Votum verpflichtet die Landeshauptstadt, in der Flughafen-Gesellschafterversammlung gegen den Bau zu votieren - und dort wäre Einstimmigkeit nötig, um das Projekt zu verwirklichen.

Rechtlich ist der Bürgerentscheid zwar nur ein Jahr lang bindend für die Stadt. Doch Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) betonte nach dem Bürgerentscheid am Sonntagabend, er werde den Willen der Münchner Bürger unabhängig von Regeln und Kommunalrecht ernst nehmen. Zudem will die SPD auch die Anteile am Flughafen nicht hergeben.

Söder: Klare Niederlage für Ude


Auch die Schuldzuweisungen, wer für die Niederlage der Startbahn-Befürworter verantwortlich ist, dürften heute weitergehen. CSU und FDP hatten bereits am Sonntagabend Ude ins Visier genommen und ihm vorgeworfen, keine Mehrheit zusammengebracht zu haben.

Finanzminister und Flughafen-Aufsichtsratschef Markus Söder (CSU) sagte am Sonntagabend: "Das ist eine klare Niederlage für Ude." Und FDP-Landtagsfraktionschef Thomas Hacker sagte mit Blick auf den OB: "Er hat versagt. Als Spitzenkandidat für die Landtagswahl hat Christian Ude sich mit dem heutigen Tage disqualifiziert."
Die Startbahn-Gegner feierten ihren Erfolg. "Das Ergebnis ist auch ein bundesweites Signal: Die Politik des "schneller, höher, weiter" war gestern, die heute ist besser nachhaltiger und gerechter", jubelte Grünen-Landtagsfraktionschefin Margarete Bause.

Für die Startbahn hatte sich - letztlich vergeblich - ein großes Bündnis von CSU, SPD und FDP stark gemacht, allen voran Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) und Ude. Seehofer und Ude hatten unmittelbar vor dem Bürgerentscheid in einem gemeinsamen Appell für den Ausbau geworben. dpa