Allein bei den Gewerbesteuern gingen den Kommunen in Bayern jährlich 100 Millionen Euro verloren, sagte Verdi-Landeschef Josef Falbisoner der "Passauer Neuen Presse" (Samstag). Insgesamt seien es 683 Millionen Euro, auf die der Freistaat verzichte. Selbst eine länderübergreifende Arbeitsgruppe der Finanzverwaltungen habe festgestellt, dass Bayern 1232 Prüfer zu wenig habe. "Und das ist aus meiner Sicht noch zu konservativ gerechnet, wir schätzen die Zahl deutlich höher", fügte Falbisoner hinzu. Ein Sprecher von Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) wies die Äußerungen zurück. Falbisoner sagte, bei einem Treffen mit Fahrenschon am Freitag habe er bemängelt, dass die Zahl der Mitarbeiter bei den Finanzprüfungsdiensten in Bayern von 3228 im Januar 2007 auf 3041 im Januar 2010 gesunken sei. "Das ist nicht hinnehmbar." Falbisoner kritisierte unter anderem, dass vor allem Großbetrieben geprüft würden, Klein- und Kleinstbetriebe dagegen über Jahrzehnte nicht. Fahrenschons Sprecher erklärte, aktuell würden in der Steuerverwaltung 250 neue Stellen pro Jahr geschaffen. "Wir wollen auch in den nächsten Jahren kontinuierlich Nachwuchskräfte einstellen, um den Personalstand der Finanzämter weiter zu entwickeln", betonte er. "Mit den zusätzlichen Kräften werden wir vor allem die Außendienste personell verstärken." Der Sprecher wies zudem darauf hin, dass zum Beispiel die Münchner Betriebsprüfung 90 Prozent ihrer Mehrergebnisse bei der Prüfung der Groß- und Größtbetriebe erziele. Und diese Betriebe würden in ganz Bayern lückenlos geprüft.