Die Flüchtlinge aus Passau, Regensburg, Aub (Kreis Würzburg), Nürnberg, Bamberg und Würzburg schließen ihre Camps für die Teilnahme am Protestzug, wie dessen Veranstalter dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag mitteilten. In mehreren Städten sollen stattdessen aber Infostände aufgestellt werden.

In Amberg werde es am Dienstag (4. September) um 17 Uhr eine kurze Kundgebung am Marktplatz geben, in Regensburg am Donnerstag (6. September) um 18 Uhr am Neupfarrplatz, teilten die Veranstalter weiter mit. Nach den Kundgebungen machen sich die Flüchtlinge dann auf den Weg nach Würzburg. Bereits an diesem Montag hatten die Flüchtlinge im nordrhein-westfälischen Düsseldorf ihr Protestcamp aufgelöst, um für den gemeinsamen Protestmarsch nach Unterfranken zu reisen. Für die Aktion gibt es zwei verschiedene Routen - eine zu Fuß, eine per Bus.

Der Fußmarsch führt die Flüchtlinge von Würzburg aus über mehrere Stationen quer durch die Rhön, quer durch Thüringen, über Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg nach Berlin. Ziel der Organisatoren ist es, dass sich Flüchtlinge aus auf dem Weg liegenden Asylbewerberheimen dem Protestmarsch anschließen. Die Busroute führt von Würzburg aus über Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach Berlin. Auf beiden Touren sind jeweils über 20 Stationen geplant, an denen auch demonstriert werden soll. Die Teilnehmer wollen Mitte Oktober in Berlin ankommen.

Der Streik der Asylbewerber hatte am 18. März in Würzburg begonnen. Seither campieren sie dort in der Innenstadt, mehrmals waren sie seither auch in den Hungerstreik getreten, teilweise mit zugenähten Lippen. Straßenproteste hat es nach Würzburg auch in Regensburg, Bamberg, Nürnberg, Passau, Aub, Düsseldorf, Osnabrück und Berlin gegeben. Die Flüchtlinge haben alle ähnliche Forderungen: Sie wollen eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylanträge sowie die Abschaffung des Arbeitsverbots, der Essenspakete und der Residenzpflicht. dpa