Das Tübinger Modell in der Corona-Pandemie scheint für viele aktuell sehr attraktiv zu sein. Erst kürzlich erklärte auch die Stadt Bamberg, dass sie Interesse hätte, das Modell zu übernehmen. 

Bis zum frühen Sonntagnachmittag (28.03.21) lagen dem bayerischen Gesundheitsministerium 83 Interessensbekundungen vor, wie eine Sprecherin auf Nachfrage der dpa erklärte. Damit ist die Zahl auch am Wochenende weiter gestiegen. Die Entscheidung soll noch diese Woche fallen.

Vorsichtige Lockerungen in den Modellregionen möglich

In den Modellregionen sollen vorsichtige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen ermöglicht werden. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte zuletzt erklärt, sie sollten zeigen, "wie eine kontrollierte Öffnung bestimmter Lebensbereiche unter Pandemie-Bedingungen möglich ist".

Am Mittwoch (24.03.21) hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag den Plan für die Modellregionen in seiner Regierungserklärung erläutert. Er geht zurück auf den Beschluss von Bund und Ländern von Anfang der Woche.

Demnach kommen grundsätzlich Städte in Frage, die eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner zwischen 100 und 150 haben. Insgesamt soll es acht Modellregionen geben: In jedem Regierungsbezirk eine, in Oberbayern zwei.

Diese fränkischen Regionen sind dabei

Zu den Städten, die bisher Interesse angemeldet haben gehören mit München und Nürnberg auch die beiden größten im Freistaat. München lag am Sonntag allerdings knapp unter der Inzidenz von 100, wenn auch mit klar steigender Tendenz in den vergangenen Tagen.

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Weitere Orte, deren Interesse bekannt ist, sind unter anderem Würzburg, Coburg, Aschaffenburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Ingolstadt, Rosenheim, Günzburg, Bad Füssing und Lindau.

Gemeindetag gegen Modellversuch

Der Bayerische Gemeindetag indes ist gegen die Modellversuche. "Man kann sich jetzt schon ausrechnen, was das bewirken wird: ein Einkaufstourismus hin zu diesen Städten und Landkreisen", erklärte Gemeindetagspräsident Uwe Brandl am Montag in einer Mitteilung. Das würde auch zu "gravierenden Wettbewerbsverzerrungen" führen.

Einzelne Städte oder Regionen würden so bevorzugt, das sei "verfassungsrechtlich höchst bedenklich", sagte Brandl. "Mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz wäre dies schwer vereinbar." In einem Schreiben forderte er Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf, Lockerungen mit Hygienekonzepten, wenn überhaupt, dann nur generell oder im Versuchsstadium für einzelne Branchen zuzulassen.

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