Die CSU in Neuburg-Schrobenhausen hat Parteichef Horst Seehofer mit hundert Prozent Zustimmung zum Direktkandidaten für die Landtagswahl 2013 gekürt. Bei der Versammlung am Freitagabend in dem Ort Schönesberg erhielt Seehofer 91 von 91 abgegebenen Stimmen, wie ein CSU-Sprecher am Freitagabend sagte. Seehofer erklärte den Delegierten demnach, er trete "ohne Wenn und Aber für die volle Legislaturperiode an". Außerdem wechselt CSU-Chef aus seinem bisherigen Kreisverband in Ingolstadt nach Neuburg-Schrobenhausen. Seehofer hat bisher kein Landtagsmandat.

Nun steht noch die Kür Seehofers zum CSU-Spitzenkandidaten aus. Offiziell soll Seehofer im Frühjahr 2013 nominiert werden, inoffiziell steht lange fest, dass er Spitzenkandidat wird.

Der Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen ist neu, er wurde wegen des Bevölkerungswachstums in Oberbayern gebildet. Die Opposition wirft der Staatsregierung deshalb vor, eigens für Seehofer einen Stimmkreis maßgeschneidert zu haben - ein Vorwurf, den das zuständige Innenministerium zurückweist. Seehofer schwor die Delegierten nach Angaben des Sprechers darauf ein, dass er in einer wichtigen historischen Situation für die CSU kandidiere. Bei der Landtagswahl gehe es darum, die Bastion der bürgerlichen Regierung in Bayern zu verteidigen. "Alle gegen Bayern und wir in Bayern sind auf uns allein gestellt", sagte Seehofer nach Angaben des Sprechers. "Ich werde alles in die Waagschale werfen."

Seehofer hatte noch im vergangenen Jahr gesagt, er strebe kein Direktmandat an. Von sich aus habe er nicht vorgehabt, ein neues Mandat anzustreben, er sei jedoch von den Parteifreunden gebeten worden, sagte Seehofer den Angaben des Sprechers zufolge bei der Aufstellungsversammlung. Er werde alles tun, damit der Stimmkreis Neuburg-Schrobenhausen eine starke Stimme in München habe. dpa