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Bamberg
Telefonaktion

Bauen und Renovieren: Seit Januar 2020 gibt es höhere Zuschüsse vom Staat

Von Photovoltaik bis zur Klimaanlage: Bei unserer Telefonaktion bekamen unsere Leser Antworten zu Bau, Renovierung und Finanzierung.
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Der Staat fördert auch Photovoltaikanlagen. Foto: Barbara Herbst
Der Staat fördert auch Photovoltaikanlagen. Foto: Barbara Herbst
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Wer bauen oder renovieren möchte, der wird in der heutigen Zeit über erneuerbare Energien nachdenken. Welche Möglichkeiten es gibt und was der Staat bezuschusst erfuhren unsere Leser bei unserer jüngsten Telefonaktion. Daniel Wazanini stand als Finanzierungsexperte (Verband der Privaten Bausparkassen) und Dipl.-Ing. Michael Fritsche als Energieberater (Verband Privater Bauherren) Rede und Antwort. Im Folgenden eine Zusammenfassung.

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Wir wollen unser Haus komplett auf erneuerbare Energieträger umstellen. Wie finanzieren wir das am besten?

Etwas Eigenkapital ist unbedingt anzuraten. Bedenken Sie bitte zudem, dass es mit neuer Technik alleine nicht getan ist und Sie Ihr Haus zudem dämmen und die Fenster erneuern sollten, damit die Einspareffekte nicht verpuffen. Zwar gibt es umfangreiche KfW-Förderungen, aber in der Summe benötigen Sie vermutlich auch noch ein Baudarlehen. Über die Bildung von Eigenkapital und ergänzende Kredite informiert Sie Ihre Hausbank oder Bausparkasse.

 

Vorteile und Kosten von Photovoltaik

 

Gibt es für eine Photovoltaikanlage staatliche Förderung?

Ja. Wie beim Einsatz von erneuerbaren Energien, wie Pelletöfen oder Wärmepumpen, fördert der Staat zum Beispiel mittels der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen.

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Seit 24. Januar stehen höhere Tilgungs- und Investitionszuschüsse bereit, etwa für energetische Einzelmaßnahmen von bis zu 10 000 Euro. Für die Umstellung auf eine neue Heizungsanlage gibt es einen Ergänzungskredit von bis zu 50 000 Euro.

 

Kann ich mit einem Bausparvertrag eine Photovoltaikanlage finanzieren?

Ja. Wenn Sie in Kürze bereits Sonnenstrom erzeugen wollen, können Sie sich auch über ein Sofortdarlehen von Ihrer Bausparkasse beraten lassen.

 

 

Kann ich mit einer Photovoltaikanlage eine Wärmepumpe oder Klimaanlage betreiben?

Grundsätzlich können Sie mit dem Strom einer Photovoltaikanlage Ihren Hausstromverbrauch unterstützen oder auch ein E-Auto versorgen. Voraussetzung ist hierbei die optimale Ausrichtung der Anlage unter den örtlichen Bedingungen. Auch muss berücksichtigt werden, dass meist nicht der gesamte Sonnenstrom zum Zeitpunkt der Erzeugung genutzt werden kann.

 

Da der Strompreis derzeit etwa dreimal so hoch ist wie die gesetzliche Einspeisevergütung, ist es wirtschaftlicher, einen möglichst großen Anteil selbst zu nutzen. In der Regel wird ein Teil ins öffentliche Netz eingespeist und/oder in den eigenen Stromspeicher. Letzterer bedeutet aber einen deutlich höheren Anschaffungspreis der Anlage.

Mit der Einspeisevergütung müsste sich das doch rechnen?

Vermutlich ja. Das Thema ist aber so komplex, dass wir es hier nicht vertiefen können. Eine mittelgroße Photovoltaikanlage ist schon für unter 10 000 Euro, inklusive Aufbau und ohne Stromspeicher, zu haben. Nach rund zehn bis 15 Jahren amortisieren sich diese Kosten voraussichtlich. Bitte wenden Sie sich an einen Energieberater, zum Beispiel der Verbraucherzentrale, oder ein Fachunternehmen, um sich eine genaue Kalkulation erstellen zu lassen.

Brauche ich für eine Photovoltaik-Anlage eine Baugenehmigung?

Nein. Trotzdem empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld das Gespräch mit dem örtlichen Bauamt zu suchen und nachzufragen, ob und welche Auflagen zu erfüllen sind. Denn die Installation einer PV-Anlage führt zu Veränderungen im Erscheinungsbild des Hauses.

 

Mit der PV-Anlage werden auch versicherungs-, sicherheitsrelevante und unter Umständen auch steuerrechtliche Aspekte berührt. Darüber sollten Sie auch mit Ihrem Versicherer und Steuerberater sprechen.

Auch die Verbraucherzentralen beraten unabhängig zu den grundsätzlichen Erfordernissen rund um Anschaffung und Betrieb einer PV-Anlage.

Einfacher Hitzeschutz fürs Haus

 

Welche baulichen Veränderungen bringen optimalen Hitzeschutz für das Haus?

Am einfachsten sind äußere Rollläden. Sie reduzieren die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent. Eine Sonnenschutzverglasung ist ebenfalls überlegenswert. Da die meiste Hitze das Dach betrifft, ist eine Dämmung mit Hartschaum- oder Faserstoffen der Dachschräge, oder der obersten Geschossdecke, empfehlenswert, zumal diese auch im Winter gegen Kälte wirksam sind. Dies gilt auch für die Fassade.

 

Neue Heizung

 

Wir möchten unsere Heizung austauschen. Was würden Sie empfehlen?

Ist eine neue Heizung angedacht, bietet sich zum Beispiel eine Wärmepumpe an, sofern das vorhandene Heizsystem und die Gebäudesubstanz es zulassen. Üblicherweise wird diese Technik aber auf Grund der hohen bauphysikalischen Ansprüche eher in Neubauten eingesetzt.

 

 

Kann ich mit einer Wärmepumpe auch kühlen?

Ja, lassen Sie sich von einem Energieberater oder einem Klimaspezialisten beraten, ob zum Beispiel eine Grundwasser-, Erdwärme- oder eine Luft-Wärmepumpe passender wäre.

 

 

Was kostet eine Wärmepumpe?

Die Kosten für Erdsonden und Grundwasser-Wärmepumpen liegen zwischen 15 000 und 27 000 Euro. Die für Luft-Wärmepumpen zwischen 8000 und 11 000 Euro.

 

Komfort mit Klimaanlagen

 

Was ist eine Multi-Split-Klimaanlage?

Jede Split-Klimaanlage verfügt über Innen- und ein Außengerät. Werden mehrere Innengeräte an ein Außengerät angeschlossen, spricht man von Multi-Split-Klimaanlagen.

 

 

Verbraucht eine Klimaanlage viel Strom?

Es gibt, wie bei anderen Elektrogeräten, auch bei Klimaanlagen so genannte Energiekennzeichnungen. Die höchste Energieeffizienz wird mit A++ oder A+++ gekennzeichnet. Diese Stufen werden bei modernen Klima-Split-Geräten ohne Weiteres erreicht. Für einen Schlafraum mit 25 Quadratmetern müssen Sie mit etwa 30 Euro an Stromkosten pro Jahr rechnen. Die Kosten können je nach Stromanbieter variieren.

 

 

Machen Klimaanlagen eigentlich krank?

Die Innentemperatur sollte nie sechs bis acht Grad unter der Außentemperatur liegen, um Kreislaufstörungen zu vermeiden. Es empfiehlt sich also bei einer Außentemperatur von über 30 Grad, dennoch nicht unter ca. 24 Grad abzukühlen. Für Herz- und kreislaufkranke Menschen kann eine Klimaanlage bei Extremhitze das Infarktrisiko senken. Von der direkten Kaltluftzufuhr auf den Körper ist wegen der Erkältungsgefahr abzuraten.

 

Grünes Dach, kühlere Räume

 

Lohnt sich eine Dachbegrünung als Isolierung?

Neben der Schaffung von Lebensräumen in beispielsweise stark bebauten Bereichen wird das Gebäude zusätzlich isoliert. Im Sommer sorgt es für Kühlung, im Winter hat es eine dämmende Wirkung. Sie sollten aber zusätzlich über eine konventionelle Dämmung gegen Kälte nachdenken, um die baurechtlichen Mindestanforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen.

 

 

Hilft eine Dachbegrünung gegen Hitzestau?

Ja, es kommt weniger Hitze im Dachstuhl an. Zudem wandeln die Pflanzen C02 in Sauerstoff, es wird Feinstaub gebunden und die Überhitzung von Innenstädten reduziert.

 

 

Mit welchen Kosten muss man für eine Dachbegrünung rechnen?

Mit 40 bis 100 Euro pro Quadratmeter.

 

 

Ist eine Dachbegrünung pflegeaufwendig?

Bei einer extensiven Dachbegrünung reduzieren sich die Pflegemaßnahmen auf eine jährliche Vorratsdüngung mit einem Langzeitdünger und einem mechanischen Pflegegang gegen Flugunkräuter. Bei intensiver Dachbegrünung wird je nach Bepflanzung auch ein Rückschnitt erforderlich.

 

 

Was muss man beim Gründach baulich berücksichtigen?

Da sowohl das Gewicht wie auch die Temperaturen und Feuchtehaushalt in der Dachkonstruktion verändert werden, müssen zur Planung sowohl Statiker als auch Bauphysiker hinzugezogen werden.