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Baden-Württemberg: Panne bei Abiprüfung - Schüler von 130 Gymnasien dürfen Prüfung wiederholen

Abiturpanne im Fach Gemeinschaftskunde in Baden-Württemberg: Schüler von 130 Gymnasien haben jetzt die Möglichkeit, die Prüfung aufgrund eines nicht im Unterricht behandelten Begriffs, zu wiederholen.
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Schüler von 130 Schulen in Baden-Württemberg haben die Möglichkeit, ihre Abiturprüfung in Gemeinschaftskunde zu wiederholen. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Schüler von 130 Schulen in Baden-Württemberg haben die Möglichkeit, ihre Abiturprüfung in Gemeinschaftskunde zu wiederholen. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa

Abiturpanne in Baden-Württemberg: Lehrervertreter und das Kultusministerium in Baden-Württemberg weisen die Schuld für die Abiturpanne im Fach Gemeinschaftskunde von sich.

Das Ministerium erteilte Schülern von 130 Gymnasien nun kurzfristig die Chance, ihre Prüfungen in dem Fach zu wiederholen. Circa fünf Prozent der Schüler wollen nach vorläufigen Angaben von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Es war davor bekannt geworden, dass ein in der Prüfung vorkommender Begriff an mehreren Schulen im Unterricht nicht behandelt wurde: In einer Teilaufgabe der Abiturprüfung mussten die Schüler die Bedeutung des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO für die Friedenssicherung anhand eines "Kategorienmodells" erklären. Der Begriff gehört im Lehrplan des Landes zum Schwerpunktthema Internationale Beziehungen, einem Teilbereich der Politikwissenschaft. Allerdings gaben viele Schüler nach der Prüfung an, dieses Wort noch nie gehört zu haben. Ein Ministeriumssprecher lenkte ein, dass der Ausdruck möglicherweise nicht so gebräuchlich sei.

Wer ist schuld?

Susanne Eisenmann (CDU), Kultusministerin, sagte dem SWR: "Wir weisen darauf hin, dass es keine Frage ist, ob man Lust hat, das zu unterrichten - man muss es unterrichten." Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) antwortete darauf, dass die Kultusministerin nur versuche, den Lehrern die Schuld in die Schuhe zu schieben. "Bei der GEW melden sich Lehrkräfte, die übereinstimmend berichten: Die Abi-Aufgabe war falsch formuliert." Moritz hielte das Verhalten des Kultusministeriums für eine Frechheit. Die Schüler konnten von Mittwoch auf Donnerstag entscheiden, ob sie die Prüfung wiederholen wollen oder nicht. Die Nachprüfung findet am Freitag (17.05.19) statt. mit dpa

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