In einem Garten im bayerischen Bad Alexandersbad sind zwei vergrabene Babyleichen entdeckt worden. Es handle sich allem Anschein nach um Neugeborene, sagte Reiner Laib von der Staatsanwaltschaft Hof am Donnerstag. Die Leichen seien am Mittwoch gefunden und bereits in die Rechtsmedizin Erlangen zur Obduktion gebracht worden. Die Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft stünden noch ganz am Anfang, sagte Laib. Deshalb könne er auch keine Details nennen.

Zum zweiten Mal in dieser Woche ist in Brandenburg ein getötetes Baby gefunden worden. Polizisten entdeckten die Leiche des kleinen Jungen am Mittwoch in Golzow. Die Mutter wurde vorläufig festgenommen. Sie soll den Jungen erstochen und im Keller ihres Wohnhauses versteckt haben. Gegen die 21-Jährige wird wegen Totschlags ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder) am Donnerstag mit. Das Amtsgericht hat Haftbefehl erlassen. Die Frau habe die Tat gestanden, heißt es in der Mitteilung.

Das Kind sei wohl verblutet, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es habe Stichverletzungen in der Brust und im Herz gehabt. Bei der Vernehmung habe die allein lebende Mutter angegeben, überfordert gewesen zu sein. Der Hinweis kam aus dem Umfeld der Frau.

Erst einen Tag zuvor war ein toter Junge in Glindow in einem Kompostierer gefunden worden. Laut Medienberichten soll dieses Baby erstickt worden sein. Die 34-jährige Mutter hat die Tat laut Staatsanwaltschaft gestanden.

Hintergrund/Chronologie: Wenn die Polizei einen grausigen Fund aufklären muss

Es ist ein grausiger Anblick, wenn die Polizei die Leichen von Babys findet. Die Fälle erschüttern die Bevölkerung und fordern die Ermittler.

September 2013: Auf einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen werden zwei tote Babys entdeckt. Die Mutter soll die beiden kurz nach der Entbindung getötet haben.

März 2013: Eine 28-Jährige aus Husum in Schleswig-Holstein gesteht die Tötung ihrer fünf Kinder. 2006 war in Nordfriesland eine Babyleiche gefunden worden, 2007 eine weitere im Kreis Schleswig-Flensburg. Im Keller der Frau wurden später drei weitere Leichen entdeckt.

Februar 2012:
In Brandenburg wird ein Neugeborenes vermutlich von seiner Mutter erstickt. Das tote Mädchen wird in einer Plastiktüte auf dem Grundstück in Hohen Neuendorf gefunden.

Oktober 2011: In Walsdorf (Landkreis Bamberg) findet eine Spaziergängerin ein totes Baby. Die Leiche ist in ein Handtuch und eine Plastiktüte eingewickelt. Im Dezember findet die Polizei die Mutter, die später wegen Totschlags durch Unterlassen verurteilt wird.

Februar 2011: Polizisten finden die Überreste eines toten Babys in einem Garten in Jüterbog in Brandenburg. Die Mutter und ihr Ex-Partner sollen es nach der Geburt 2009 vergraben haben.

Juli 2010: Eine Polizistin ersticht in Verden in Niedersachsen ihr Kind nach der Geburt und vergräbt es am Ufer des Flusses Wümme.

Mai 2008: In einer Gefriertruhe in Wenden in Nordrhein-Westfalen werden drei Leichen entdeckt. Eine 44-Jährige gesteht, die Mädchen 1986, 1988 und 2004 geboren und nach deren Tod versteckt zu haben.

April 2007: Im Tiefkühlschrank in einer Erfurter Wohnung werden zwei tote Säuglinge gefunden. Eine 35-Jährige gesteht, die Kinder nach der Geburt in eine Mülltüte gepackt und in den Tiefkühlschrank gelegt zu haben.

Juli 2005: In einer Garage im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd werden bei einer Entrümpelung neun Babyleichen entdeckt. Die Mutter der Kinder hatte sie in einem mit Sand gefüllten Aquarium, in Eimern und Blumenkübeln versteckt.