Wer auf der Autobahn rast und drängelt, kann von diesem Verhalten nach Expertenmeinung kaum durch Geldstrafen, Punkte in Flensburg oder vorübergehenden Führerscheinentzug kuriert werden. Bei den meisten Rasern stehe ein innerer Druck hinter der Raserei, der seinen Ursprung oftmals in der Kindheit habe, sagt der Frankfurter Verkehrspsychologe Peter Fiesel.


"Wenn Menschen auf der Straße mit Aggressionen reagieren, geht das meist ganz tief in die Lebensgeschichte hinein", erklärt der Psychologe. Leistungsdruck von den Eltern in der Kindheit könne ebenso die Ursache sein wie Gewalterfahrungen. "Wer als Kind geschlagen wurde, wird oft selbst aggressiv und lebt seine Aggressionen dann auch auf der Straße aus." Da helfe in den meisten Fällen nur eine Therapie.

Auch Zeit- und Termindruck oder Ärger mit der Frau könne dazu führen, dass auf der Autobahn gerast und gedrängelt werde. Raser seien in der Regel Männer. Fiesel: "Es gibt natürlich auch Frauen, die gerne schnell fahren. Sie werden aber eigentlich nie auffällig."

Eine zweite Gruppe von Rasern dürfte laut Fiesel auch beratungsresistent sein: "Es gibt auch die Leute, die einfach Spaß am schnellen Fahren haben und den Rausch genießen. Die gehen dann auch auf abgesperrte Straßen und leben das dort aus."