Der konservative Politiker Nikos Anastasiades hatte sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl auf Zypern mit 45,5 Prozent der Stimmen klar gegen seine zehn Mitbewerber durchgesetzt. Für einen Sieg gleich im ersten Wahlgang verfehlte er am Sonntag jedoch die notwendige absolute Mehrheit. Der 66-Jährige sprach von einem Auftrag, die drittgrößte Mittelmeerinsel wieder auf Europakurs zu bringen. «Ich habe heute ein starkes Mandat für eine europäische Orientierung (Zyperns) erhalten», sagte er am Sonntagabend.

Sein Gegenkandidat in der zweiten Runde wird der linke Politiker Stavros Malas sein, der mit 26,9 Prozent zweiter wurde. Malas (45) wurde hauptsächlich von der kommunistischen AKEL-Partei unterstützt. Beobachter in Nikosia sprachen mit Blick auf den zweiten Wahlgang deshalb von einem klassischen Rechts-Links-Duell.