Die Anwälte verlangen, das Mediaset-Verfahren um Steuerhinterziehung und den «Ruby»-Prozess um angeblichen Sex mit minderjährigen Prostituierten von Mailand nach Brescia zu verlegen. In beiden Prozessen sollte ursprünglich bis Ostern ein Urteil fallen. Politische Termine und eine Augenerkrankung Berlusconis hatten die Verfahren jedoch schon mehrfach unterbrochen.

Das höchste Gericht des Landes will Berlusconis Antrag offensichtlich prüfen, was zum Stopp der Mailänder Verfahren führen würde. Die Justiz in Mailand sei voreingenommen gegenüber ihrem Mandanten und behandele ihn «feindselig», hatten Berlusconis Anwälte ihren Vorstoß begründet. Das Gesetz, das einen solchen Antrag auf Verlegung ermöglicht, stammt aus dem Jahr 2009, als der in mehrere Prozesse verwickelte Berlusconi Ministerpräsident in Rom war.