Nach einem Aufruf des Protestbündnisses «Taksim Solidarität» versuchten am Samstagabend Tausende Menschen, in den von der Polizei seit der Räumung Mitte Juni abgeriegelten Gezi-Park vorzudringen. Sicherheitsleute lieferten sich in der Stadtmitte bis tief in die Nacht Straßenschlachten mit Demonstranten. In Deutschland gingen nun auch tausende Anhänger des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf die Straße.

Istanbuls Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu sagte am Sonntag lokalen Medienberichten zufolge, mehr als 30 Menschen seien bei den Protesten am Samstagabend festgenommen worden. Er kündigte außerdem an, der an den Taksim-Platz angrenzende Gezi-Park solle an diesem Montag wiedereröffnet werden. Zunächst hatte Mutlu die Wiedereröffnung für Sonntag angekündigt. Zahlen über Verletzte bei den Protesten lagen nicht vor, es waren aber zahlreiche Krankenwagen im Einsatz.