Für den letzten Regierungschef des 2011 entmachteten Präsidenten Husni Mubarak würden 15,8 Prozent der Ägypter stimmen, ergab die auf der Website der unabhängigen Kairoer Tageszeitung «Al-Shorouk» in der Nacht zum Sonntag veröffentlichte Umfrage.

Den zweiten Platz belegt Ex-Außenminister Amre Mussa mit 15,1 Prozent Zustimmung. Das würde bedeuten, dass keiner der Islamisten die Stichwahl im Juni erreichen würde.

Der unabhängige Islamist Abdel Moneim Abul Futuh kommt in der Umfrage nur auf 13,2 Prozent. Er könnte Zustimmung im bürgerlich-konservativen Lager eingebüßt haben, nachdem er sich kürzlich die Unterstützung der radikal-islamischen Salafisten gesichert hatte. Der wenig charismatische Kandidat der Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, überzeugte nur 9,5 Prozent der Teilnehmer der Umfrage.

Auch in einer weiteren Umfrage, die von der Zeitung «Al-Masry Al-Youm» veröffentlicht wurde, liegt Mubaraks letzter Regierungschef Schafik auf Platz eins. Sollten tatsächlich Schafik und Mussa bei der Stichwahl am 16. und 17. Juni gegeneinander antreten, ist mit neuen Protesten zu rechnen. Denn ein Teil der linken «Revolutionsjugend» lehnt die beiden Politiker als «Überbleibsel des alten Regimes von Mubarak» ab.

Was die Islamisten angeht, so erwarten Beobachter, dass zumindest einige von ihnen darauf setzen könnten, ihre Anhänger aufzuwiegeln, indem sie behaupten, das Wahlergebnis sei gefälscht. Eine Überraschung im ersten Wahlgang ist möglich, denn bis jetzt geben knapp 30 Prozent der Wähler an, sie hätten sich noch nicht für einen Kandidaten entschieden. Der erste Wahlgang beginnt am Mittwoch und dauert zwei Tage.