Seoul/Washington

USA verhandeln wieder mit Nordkorea über Gipfel

Schon einmal wurde es abgesagt, jetzt ringen die USA und Nordkorea weiter um ihr Gipfeltreffen. Vorbereitungsgespräche finden sowohl am wahrscheinlichen Gipfelort Singapur als auch in Nordkorea statt. Doch was kann der Gipfel bringen - wenn er überhaupt stattfindet?
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Donald Trump und Kim Jong Un
Donald Trump und Kim Jong Un auf einem TV-Bildschirm in Seoul.

US-Präsident Donald Trump hat die Vorbereitungen zu einem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nach seiner abrupten Absage wieder auf den Weg gebracht.

Ein US-Verhandlungsteam sei am Sonntag in Nordkorea eingetroffen, um den Gipfel vorzubereiten, schrieb Trump auf Twitter. Das südkoreanische Außenministerium bestätigte am Montag, dass sich Unterhändler der USA und Nordkoreas im Grenzort Panmunjom träfen. Es nannte jedoch keine Details.

Die USA wollen eine völlige atomare Abrüstung Nordkoreas erreichen, das nach eigenen Angaben über Atomraketen verfügt, die das US-Festland erreichen können. Nordkorea will aus der internationalen Isolation heraus, um über Außenhandel und Investitionen das Land entwickeln zu können. Dafür muss es die von den USA durchgesetzten harten Wirtschaftssanktionen abschütteln. Verhandelt werden soll über die Frage, unter welchen Umständen Pjöngjang zur Abrüstung bereit ist.

Der Gipfel, den Trump am vergangenen Donnerstag bereits offiziell abgesagt hatte, sollte bisherigen Planungen zufolge am 12. Juni in Singapur stattfinden. Dieser Termin steht laut Trump nun doch noch im Raum.

Vor seiner Absage hatte Trump der nordkoreanischen Regierung, die Washington eine feindselige Politik vorwirft, umfangreiche Sicherheiten in Aussicht gestellt. Bei einem überraschenden Treffen mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae In am Samstag in Panmunjom hatte Kim Jong Un nach Angaben der südkoreanischen Seite Zweifel darüber geäußert, ob die USA solche Sicherheitsgarantien geben könnten.

Nordkorea habe aus seiner Sicht sehr großes Potenzial, eines Tages eine wirtschaftlich starke Nation zu sein, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. «Kim Jong Un stimmt mir darin zu. Es wird geschehen!»

Das US-Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, ein Team unter Leitung des erfahrenen Korea-Experten und früheren Atomunterhändlers Sung Kim sei in Panmunjom in der demilitarisierten Zone zwischen beiden koreanischen Staaten sei, um dort direkt mit Vertretern Nordkoreas zu verhandeln. Nach Berichten der «Washington Post» könnten die Verhandlungen mit Dienstag auf nordkoreanischer Seite von Panmunjom fortgesetzt werden.

Am Samstag hatte das Weiße Haus bereits mitgeteilt, ein Vorbereitungsteam werde nach Singapur geschickt. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete am Montag unter Berufung auf Diplomaten, dass offensichtlich auch eine nordkoreanische Delegation nach Singapur unterwegs sei, um dort mit der US-Seite auf Arbeitsebene Fragen der Logistik und Sicherheit zu besprechen. Die Delegation habe am Montag auf dem Weg nach Singapur einen Zwischenstopp in Peking gemacht.

Trumps Absage des Gipfels hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Zuletzt wurden in den USA aber auch Fragen lauter, was ein Treffen Trumps mit Kim eigentlich an Ergebnissen bringen kann.

Die meisten Korea-Experten in den USA halten eine Verschiebung des Treffens für sinnvoll, weil die bisherige Vorbereitung ungenügend sei: Viel zu schnell habe Trump einem Treffen zugestimmt. Weiter heißt es, es gebe keine ausgearbeitete Kompromisslinie hinter Trumps öffentlicher Maximalforderung, Nordkorea müsse total und einseitig atomar abrüsten. Und diese Forderung werde Nordkoreas kommunistisches Regime, das seine Atomwaffen als Lebensversicherung sieht, nicht erfüllen wollen.