Mit einem politischen Kraftakt in allerletzter Minute wollen die US-Gesetzgeber massive Steuererhöhungen vermeiden und die nervösen Finanzmärkte beruhigen. Doch bis Sonntagnachmittag (Ortszeit), weniger als 36 Stunden vor Fristablauf, deutete sich zwischen den Demokraten und den Republikanern keine Einigung in dem Finanzstreit an. Scheitern die Verhandlungen, treten neben den größten Steueranhebungen in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg auch massive Haushaltskürzungen in Kraft. Ökonomen warnen vor negativen Folgen dieser sogenannten Fiskalklippe für die Weltwirtschaft.

Die Fraktionschefs der Parteien im Senat gaben am Nachmittag an, zunächst keine Vereinbarung getroffen zu haben. Der republikanische Oppositionsführer Mitch McConnell sagte, er warte auf ein Gegenangebot der Demokraten. Deren Mehrheitsführer Harry Reid hingegen lehnte ab, einen Vorschlag der Republikaner anzuerkennen, der nach Medienberichten Kürzungen bei Sozialausgaben zur Bedingung eines Kompromisses macht.