Am Morgen traf sie in der südsudanesischen Hauptstadt Juba mit Präsident Salva Kiir zusammen. Bei dem rund einstündigen Gespräch ging es vor allem um die Verhandlungen mit dem Sudan über die Grenzmarkierung zwischen beiden Ländern und die Aufteilung der Ölvorkommen, hieß es anschließend.

Das Treffen sei sehr positiv verlaufen, sagte ein Sprecher der südsudanesischen Regierung. Erst am Donnerstag war ein Ultimatum des UN-Sicherheitsrates abgelaufen. Das Gremium hatte den Sudan und den im vergangenen Jahr unabhängig gewordenen Südsudan aufgefordert, bis zum 2. August einen Friedensplan auf die Beine zu stellen und die zahlreichen Probleme zwischen beiden Ländern zu lösen. Die Konfliktparteien verhandeln seit über einem Jahr unter Vermittlung der Afrikanischen Union in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

«Die USA sind der wichtigste Partner des Südsudans», sagte Ernst Hogendoorname von der International Crisis Group in Kenia. «Das Problem sind nicht die Südsudanesen, sondern die Sudanesen, weil Khartum nicht in wirklich gutem Glauben verhandelt.» Der UN-Sicherheitsrat will nächste Woche über weitere Maßnahmen beraten. Falls es keine Fortschritte gibt, drohen Sanktionen.

Clinton war aus Uganda zu einem Kurztrip nach Juba gereist. In Kampala traf sie am Nachmittag mit Präsident Yoweri Museveni zusammen. Im Mittelpunkt stand nach Angaben von Beobachtern die Sicherheitslage im Nachbarland Kongo.

«Uganda hat schon immer mit den USA zusammengearbeitet, wenn es um Fragen regionaler Sicherheit, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, geht», sagte James Magume, der Staatssekretär im ugandischen Außenministerium, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. In der Region kommt es seit Jahren immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Derzeit kämpfen dort Rebellen gegen Soldaten der Regierung.

Clinton habe zudem versichert, Uganda weiter beim Kampf gegen die berüchtigte «Widerstandsarmee des Herren» («Lord's Resistance Army», LRA) und ihren Anführer Joseph Kony zu helfen. Gleichzeitig habe sie Museveni aufgefordert, den Sudan und den Südsudan bei ihren Bemühungen um einen Friedensplan zu unterstützen, sagte Außenminister Henry Okello Oryem. Weiteres Thema des Treffens seien die Aids-Epidemie im Land sowie die Menschenrechtslage gewesen. Uganda sieht schwere Strafen für Homosexualität vor.

Andere Programmpunkte in Uganda waren Besuche eines Trainingscamps, in dem US-Militärs ugandische Soldaten ausbilden, sowie einer Klinik mit HIV-Patienten in einem Vorort Kampalas.

Am Samstag will Clinton nach Kenia weiterreisen. Weitere Stationen sind Malawi, Südafrika und Ghana, wo die Außenministerin zur Beerdigung des Ende Juli gestorbenen Präsidenten John Evans Atta Mills erwartet wird. Clinton hatte am Dienstag ihre elftägige Reise durch mehrere Länder Afrikas begonnen.