«Ich mache mir große Sorgen, weil weder die politische Führung des Landes noch die Internationale Gemeinschaft zu begreifen scheinen, wie gefährlich die Situation geworden ist», sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Mittwoch in der Hauptstadt Juba.

Pillay war am Montag in das Land gereist, um ein Blutbad in der nördlichen Stadt Bentiu zu untersuchen. Rebellen hatten dort vor rund zwei Wochen Hunderte Zivilisten wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit ermordet. «Der tödliche Mix aus gegenseitigen Schuldzuweisungen, Hassreden und Vergeltungsmorden, der in den vergangenen vier Monaten entstanden hat, scheint seinen Siedepunkt zu erreichen», warnte Pillay.

Im Südsudan war Mitte Dezember ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seither versinkt das Land in blutiger Gewalt, die auch ethnisch motiviert ist. Friedensgespräche in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba blieben bisher erfolglos.