Die pleitebedrohte Ukraine hat einen Lieferstopp für russisches Gas in letzter Minute abgewendet. Kiew versprach ausreichende Vorauszahlungen für den Monat März.

Das ergaben mehrstündige Verhandlungen in der Nacht zum Dienstag in Brüssel. Auch der Transport von russischem Gas nach Europa sei gesichert, so die EU-Kommission, die in dem Streit vermittelte.

Die kriegsgebeutelte Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas auf dem Weg nach Westen. Moskau hatte zuvor im Konflikt um unbezahlte Rechnungen gedroht, der Ukraine vom Dienstag an das Gas abzustellen.

Moskau und Kiew wollen den Kontakt nicht abreißen lassen. Die Gespräche über die Belieferung der Ukraine von April an sollen unter EU-Vermittlung Ende März fortgesetzt werden. «Wir wären glücklich, eine Nachfolgeregelung für das Winterpaket vermitteln zu können», sagte eine Kommissionssprecherin.

Im vergangenen Herbst hatten sich Moskau und Kiew nach zähen Verhandlungen auf die Gasversorgung der Ukraine für die Wintermonate geeinigt. Dieses «Winterpaket» soll nun wie geplant umgesetzt werden.

«Ich bin beruhigt, dass die Gasversorgung für die EU-Märkte sicher bleibt», erklärte der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic. Etwa 30 Prozent der EU-Erdgasimporte kommen aus Russland.

Über Lieferungen in die zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee umkämpfte Ostukraine soll weiter gesprochen werden.

Der russische Monopolist Gazprom werde lediglich jene Mengen liefern, die vorab bezahlt würden, sagte der russische Energieminister Alexander Nowak nach dem Gespräch mit seinem ukrainischen Kollegen Wladimir Demtschischin laut Agentur Tass.

Die Gasgespräche und mögliche Folgeschritte nach dem Winterpaket sind auch in der Gipfelerklärung von Minsk von Mitte Februar enthalten. Bei dem Gipfel in Weißrussland war eine Waffenruhe für das Kriegsgebiet Donbass vereinbart worden.