Krieg in der Ukraine: Russland hat seine Angriffe im Osten der Ukraine laut Berichten verstärkt. Selenskyj spricht von "sinnlosen, barbarischen Angriffen". Teils können die Städte die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden nicht mal mehr abschätzen.

Die wichtigsten Stimmen zum Krieg in der Ukraine findest du außerdem in unserem Reaktionen-Ticker.

Update vom 29.05.2022, 11.00 Uhr: "Neuer Terror" im Osten der Ukraine - Russland verstärkt Angriffe

Bei Angriffen auf ukrainische Orte wurden den Behörden zufolge mehrere Zivilisten getötet oder verwundet. Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland "neuen Terror" vor. Es handele sich um "sinnlose, barbarische Angriffe" mit Raketen und Mörsern. Die ukrainische Armee teilte mit, russische Angriffe abgewehrt zu haben. Dabei seien 33 "Okkupanten" getötet und sechs gepanzerte Fahrzeuge zerstört worden. Die Angaben sind nicht unabhängig zu prüfen.

Besonders umkämpft war weiter die Großstadt Sjewjerodonezk im Donbass, die aktuell größte Stadt in der Region, die von der Ukraine gehalten wird. Die russischen Truppen versuchten, dort Fuß zu fassen, teilte der ukrainische Militärexperte Oleh Schdanow der Agentur Unian zufolge mit.

Nach Angaben des Gouverneurs von Luhansk, Serhij Hajdaj, ist die Stadt weiter unter ukrainischer Flagge. Er widersprach damit Berichten aus Russland, Sjewjerodonezk sei vollständig eingenommen. "Die Lage ist extrem eskaliert", so Hajdaj. Am Sonntag sollen russischen Truppen ihre Angriffe im Osten der Ukraine weiter verstärkt haben. Bereits am Vortag sei der Beschuss so intensiv gewesen, dass es nicht möglich sei, die Zahl der Opfer und Schäden abzuschätzen.

Staatschef Selenskyj warf Russland nun eine Politik des Terrors vor. "Ich werde die Welt immer wieder daran erinnern, dass Russland endlich offiziell als Terrorstaat, als Förderer des Terrorismus, anerkannt werden muss", sagte Selenskyj in einer Videoansprache. Er wolle sich zu Wochenbeginn an die Teilnehmer des EU-Sondergipfels in Brüssel wenden und auch darüber sprechen.

"Über den Terror, der heute tatsächlich die einzige Form des Handelns des russischen Staates gegen Europa geworden ist", sagte der Präsident. "Terror auf dem Gebiet der Ukraine. Terror auf dem Energiemarkt in Europa, nicht nur in unserem Land. Terror auf dem Lebensmittelmarkt, und zwar weltweit. Und welcher Terror wird als nächstes kommen?" Nur gemeinsam könnten die Europäer die Politik eines solchen Staates stoppen, betonte er.

Update vom 28.05.2022, 08.40 Uhr: Separatisten drohen mit Todesstrafe für Ausländer

Die prorussischen Separatisten haben mit der Tötung dreier gefangen genommener Ausländer gedroht, die aufseiten der Ukraine gekämpft haben sollen. Demnach sind "Ermittlungen" gegen zwei Briten und einen Marokkaner abgeschlossen worden. "Gegen die Angeklagten kann unter Berücksichtigung des Kriegsrechts die Höchststrafe - die Todesstrafe - verhängt werden", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Separatisten der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Freitag. Der Fall sei bereits an das Gericht übergeben.

Auch die russische Führung hatte ausländischen Kämpfern mit harten Strafen gedroht, wenn sie gefangen genommen würden. Sie würden nicht als Soldaten gelten, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

In Russland gibt es keine Todesstrafe. Sie gilt aber in den prorussischen Separatistengebieten. Dort sind auch die Prozesse gegen die ukrainischen Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol geplant. Viele von ihnen gehören dem Asow-Regiment an, das in russischen Medien als Nazi-Einheit bezeichnet wird.

Update vom 27.05.2022, 13.50 Uhr: Russische Propaganda in Mariupol verbreitet

Nach der Kapitulation der letzten ukrainischen Kämpfer in Mariupol ist derzeit unklar, wie viele Menschen sich noch in der zerstörten Hafenstadt aufhalten. Denjenigen, die noch immer dort ausharren, drohen nun schwere Konsequenzen der russischen Belagerung.

Das Vorgehen hat sich bereits in anderen ukrainischen Städten und Regionen offenbart, nachdem diese von den russischen Truppen erobert worden waren: Die vom Kreml gesteuerte Propaganda über die "militärische Spezialoperation" wird nun wohl auch in Mariupol verbreitet werden, beispielsweise übers Fernsehen oder im Schulunterricht. Wie die Bild-Zeitung berichtet, wurden dafür bereits drei Übertragungswagen in die Stadt gebracht, damit die übrigen Bewohner russisches Staatsfernsehen empfangen und nicht mehr auf unabhängige Berichterstattung zurückgreifen können.

Außerdem sollen die Besatzer die noch übriggebliebenen Schulen übernommen, den Stundenplan umgestellt sowie das Schuljahr bis September verlängert haben. Die bisherige Währung der Ukraine, Hrywna, wird durch Rubel ersetzt und die Rentengelder ab dem 1. Juni entsprechend ausgezahlt. Russische Mobilfunkanbieter sollen die Netze übernehmen, eine neue Stadtverwaltung wird eingeführt und ukrainische Bürger sollen sich russische Pässe abholen.

In der Hafenstadt sind Angaben eines Lokalpolitikers zufolge zudem Dutzende weitere Leichen von Bewohnern gefunden worden. Rettungskräfte hätten insgesamt rund 70 leblose Körper auf einem ehemaligen Fabrikgelände entdeckt, schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Freitag im Nachrichtendienst Telegram. Die Menschen seien unter den Trümmern begraben worden, als russische Besatzer das Gebäude beschossen, schrieb er. Überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Mariupol, das wochenlang von russischen Truppen belagert war und schließlich eingenommen wurde, ist international zu einem Symbol für die Brutalität des russischen Angriffskriegs geworden. Für besonderes Entsetzen sorgten in den Wochen nach Kriegsbeginn Angriffe auf eine Geburtsklinik sowie auf ein Theater, das Zivilisten als Luftschutzkeller diente.

Später belagerten russische und prorussische Militärs wochenlang das Stahlwerk Azovstal, in dem sich die letzten ukrainischen Verteidiger verschanzt hatten. Vor mehr als einer Woche ergaben sich die mehr als 2400 Männer und Frauen. Sie sind nun in russischer Gefangenschaft.

Update vom 27.05.2022, 06.30 Uhr: Selenskyj fürchtet menschenleere Region im Donbass - "Völkermord"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürchtet angesichts der massiven russischen Angriffe im Osten einen weitgehend entvölkerten Donbass. Mit ihrer überlegenen Feuerkraft setzten die angreifenden russischen Truppen am Donnerstag die ukrainischen Verteidiger um die Stadt Sjewjerodonezk unter Druck.

"Die laufende Offensive der Besatzer im Donbass könnte die Region menschenleer machen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache in Kiew. Die Städte würden zerstört, die Menschen getötet oder verschleppt. Dies sei "eine offensichtliche Politik des Völkermords". Freitag ist der 93. Kriegstag. Russland hatte das Nachbarland Ukraine am 24. Februar angegriffen.

Die ukrainische Armee steht im äußersten Osten ihrer Front stark unter Druck. Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk wurde am Donnerstag mit Artillerie und aus der Luft beschossen, wie Gouverneur Serhij Hajdaj mitteilte. Der ukrainische Generalstab teilte mit, der Angriff auf die Stadt und ihren Vorort Boriwske sei aber nicht erfolgreich. Die Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. In einem anderen Dorf in der Nähe, in Ustyniwka, habe die russische Seite einen Teilerfolg errungen, hieß es.

Die Großstädte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk sind derzeit die äußersten ukrainischen Vorposten im Osten. Kämpfe gibt es aber auch schon im Rückraum dieser Städte, damit drohen ukrainische Truppen abgeriegelt zu werden. Auf der Nordseite dieses möglichen Kessels sei die Stadt Lyman verloren worden, bestätigte Präsidentenberater Olexyj Arestowytsch im ukrainischen Fernsehen. Auf der Südseite gab es Kämpfe um die Orte Komyschuwacha, Nirkowe und Berestowe.

Bei Raketenangriffen auf die ostukrainische Stadt Charkiw seien neun Menschen getötet worden, darunter ein fünf Monate altes Kind mit seinem Vater, sagte Selenskyj. 19 Menschen seien verletzt worden.

Update vom 26.05.2022, 20 Uhr: Putin will Getreide gegen Sanktionen tauschen

Russland hat angesichts der in der Ukraine blockierten Getreideexporte den Westen erneut zu einer Aufhebung der Sanktionen aufgerufen. Russland sei bereit, durch den Transport von Getreide und Dünger einen großen Beitrag zu leisten für die Überwindung der Lebensmittelkrise - "unter der Bedingung eines Endes der politisch motivierten Beschränkungen seitens des Westens". Das sagte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Kremlangaben am Donnerstag bei einem Telefonat mit dem italienischen Regierungschef Mario Draghi.

Der Ministerpräsident in Rom berichtete von dem Gespräch, dass er eine grundsätzliche Bereitschaft bei Putin erkannt habe, eine Lösung in der Lebensmittelkrise zu finden. Nun werde er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sprechen, um dessen Meinung einzuholen, kündigte Draghi am Abend bei einer Pressekonferenz an. Auf die Frage, ob er im Telefonat mit Putin einen Hoffnungsschimmer für generelle Friedensgespräche bemerkt habe, sagte Draghi: "Nein."

Zuvor hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow gesagt, die Getreideexporte aus der Ukraine könnten wieder laufen, wenn die Sanktionen gegen Russland aufgehoben würden. Der Westen hatte Russland mit einer Vielzahl von Handelssanktionen belegt, die der Wirtschaft zusetzen. Russland und die Ukraine sind große Getreideexporteure mit einer wichtigen Rolle für die Welternährung.

Die Ukraine hatte Russland zuvor Erpressung vorgeworfen und den Westen aufgefordert, die wegen Moskaus Angriffskrieg erlassenen Sanktionen unter keinen Umständen aufzuheben. Kiew wirft Russland vor, die Schwarzmeer-Häfen mit Kriegsschiffen zu blockieren und so die für die Welternährung wichtige Weizenausfuhr zu verhindern. Russland wiederum hatte die Ukraine aufgefordert, ihre Küstenstreifen zu entminen, damit ein Korridor für die Getreideausfuhr eingerichtet werden könne. Das wäre aber auch ein mögliches Einfallstor für die russischen Streitkräfte.

Nach mehr als drei Monaten Angriffskrieg gegen die Ukraine warf Peskow der Regierung in Kiew fehlenden Realismus bei der Bewertung der Lage in ihrem Land auf. "Moskau erwartet von Kiew, dass Moskaus Forderungen angenommen werden und die Lage so gesehen wird, wie sie ist, die reale Lage, wie sie existiert", sagte Peskow. Russland hatte die Ukraine zum Verzicht auf Gebiete im Osten des Landes und auch zur Anerkennung der Annexion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim aufgefordert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt betont, keine Gebiete abzugeben und weiter kämpfen zu wollen – bis zu einer Kapitulation Russlands.

Update vom 25.05.2022, 14 Uhr: Putin hat angeblich Krebs und hat Anschlag überlebt

In der ukrainishen Zeitung "Ukrainska Prawda" hat der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, in einem Interview erklärt, Wladimir Putin habe Krebs. Der Geheimdienst könne das bestätigen, so Budanow.

“Ja, wir können die Information, dass Putin Krebs hat, voll bestätigen. Er leidet an mehreren schweren Krankheiten, eine davon ist Krebs“, so Budanow wörtlich. „Ob uns das gefällt oder nicht, das ist die Wahrheit“, wird Budanow weiter zitiert.

Außerdem habe es kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs ein Attentat auf Putin gegeben. Es sei aber beim Versuch geblieben - Putin hat laut Angaben von Budanow den Anschlagsversuch unbeschadet überstanden. „Es gab ein versuchtes Attentat auf Putin vor nicht allzu langer Zeit von Vertretern des Kaukasus“, so Budanow.

Warum dies nicht kommuniziert worden sei und gar für Propaganda genutzt würde, erläutert Budanow nicht. Auch nicht, welche Gruppe genau für das Attentat verantwortlich sein soll. „Es war ein absolut erfolgloser Versuch, aber es ist wirklich passiert. Es war vor etwa zwei Monaten“, so Budanow.

Von unabhängigen Stellen konnten die Informationen nicht bestätigt werden. Die Zeitung "Ukrainska Prawda" gilt als pro-ukrainisch und regierungsfreundlich. Weitere Belege lieferte Budanow nicht. Aus Russland gibt es hierzu weder Dementi noch Bestätigungen. 

Update vom 25.05.2022, 10 Uhr: Oligarchen-Vermögen beschlagnahmen? 10 Milliarden Euro bislang eingefroren

Russische Oligarchen haben im Laufe des Ukraine-Kriegs Zugriff auf Luxusjachten, Immobilien und andere Vermögen im Wert von knapp 10 Milliarden Euro verloren. Dies geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Zahlen der EU-Kommission hervor. Am 8. April lag der Wert noch bei 6,7 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch einen Gesetzesvorschlag vorlegen, der es ermöglichen soll, eingefrorenes russisches Geld zu beschlagnahmen. Dieses Geld könnte dann für den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte am Dienstag: "Wir sollten dafür jeden Stein umdrehen - wenn möglich auch russische Vermögenswerte, die wir eingefroren haben."

Die EU hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs etliche russische Oligarchen auf die Sanktionsliste gesetzt, weil ihnen vorgeworfen wird, den Krieg zu unterstützen. Anfang März wurde dann eine EU-Sondereinheit eingerichtet, die für eine bessere Zusammenarbeit der EU-Länder sorgen und das Vermögen der Oligarchen aufspüren soll.

Einen guten Monat später wurde erstmals Bilanz gezogen: Die EU-Staaten hatten bis dahin Vermögenswerte von 29,5 Milliarden Euro eingefroren - 6,7 Milliarden Euro kamen aus dem Vermögen von Oligarchen. Hinzu kamen eingefrorene Vermögenswerte der russischen Zentralbank.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) sagte noch am Dienstag, Deutschland sei zwar offen für eine Debatte darüber, beschlagnahmtes russisches Vermögen für den Wiederaufbau der Ukraine zu nutzen. Man müsse aber zwischen Mitteln des Staates - wie etwa der Zentralbank - und privaten Mitteln unterscheiden. "In unserer Verfassung gibt es Garantien für Privatvermögen", sagte Lindner.

Update vom 24.05.2022, 07.30 Uhr: Selenskyj wirft Moskau blinde Zerstörungswut vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Truppen blinde Zerstörungswut vergeworfen. In seiner neuesten Videoansprache sagte er, Russland führe einen "totalen Krieg". Dabei gehe es der Führung in Moskau darum, so viele Menschen in der Ukraine zu töten und so viel Infrastruktur zu zerstören wie nur möglich. 

Seit drei Monaten dauert der Angriffkrieg von Russland gegen die Ukraine an. Die russische Armee soll seither 1474 Raketenangriffe durchgeführt haben, meist seien dabei zivile Ziele getroffen worden. Erst am Morgen teilte der ukrainische Gouverneur Walentyn Resnitschenko mit, dass bei Raketenangriffen im Osten Infrastruktur der Eisenbahn zerstört worden seien. Bei vier Raketeneinschlägen im Gebiet Dnipropetrowsk seien Gleise sowie die Oberleitungen schwer beschädigt worden, so Resnitschenko. Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden könne, sei unklar.

Im Gebiet Donezk sind am Montag laut ukrainischen Angaben zudem drei weitere Zivilisten getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kyrylenko, auf Telegram.

Update vom 23.05.2022, 14.40 Uhr: Russe im ersten Kriegsverbrecherprozess verurteilt

Im ersten ukrainischen Kriegsverbrecherprozess ist der 21 Jahre alte russische Soldat Wadim  zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht in Kiew sah es am Montag nach einem Geständnis des Mannes als erwiesen an, dass der Panzersoldat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 28. Februar einen unbewaffneten 62-Jährigen Zivilisten erschoss.

Nach dem weltweiten Entsetzen über russische Gräueltaten in der Ukraine war dies der erste vor Gericht verhandelte Fall. Der Beschuldigte hat nun 30 Tage Zeit, um Berufung einzulegen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft beantragt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil der Soldat einen Befehl ausgeführt habe. Es ist der erste Fall eines Kriegsverbrechens, der in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion vor Gericht verhandelt wurde.

Unter großer internationaler Aufmerksamkeit hatte sich der aus Sibirien stammende Panzersoldat entschuldigt. "Ich bedauere es. Ich bereue es sehr. Ich habe mich nicht geweigert, und ich bin bereit, alle Maßnahmen zu akzeptieren, die verhängt werden", hatte er in seinem Schlusswort in der vergangenen Woche gesagt.

Aus dem Kreml hieß es kurz vor der Urteilsverkündigung, Moskau suche nach Möglichkeiten, dem Beschuldigten zu helfen. "Natürlich besorgt uns das Schicksal unseres Mitbürgers", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Der Prozess hatte in der vergangenen Woche begonnen. Für möglich gehalten wird, dass der Mann gegen ukrainische Gefangene in Russland ausgetauscht wird. Wie die Ukraine hat auch Russland viele Soldaten in Gefangenschaft genommen.

Russland ist am 24. Februar in das Nachbarland Ukraine einmarschiert. Die Vereinten Nationen haben seitdem mehr als 3800 getötete Zivilisten registriert. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher sein.