Er hatte nach zwei Jahren vergeblicher Bemühungen seinen Rücktritt als UN-Vermittler in der Syrien-Krise bei den Vereinten Nationen in New York erklärt. Vor Brahimi war schon der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan an der Aufgabe gescheitert, eine Einigung zwischen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad und seinen Gegnern zu erreichen.

An die Adresse der Syrer gerichtet sagte Brahimi am Dienstag weiter: «Sie haben bisher bemerkenswerte Leidensfähigkeit und Würde bewiesen. Wir wissen, dass die überwältigende Mehrheit Frieden und Stabilität will.»

Er rief den von Russland und China blockierten Sicherheitsrat erneut zum Handeln auf. «Ich bin sicher, dass die Krise enden wird», sagte er. «Die Frage ist, wie viele Menschen bis dahin noch sterben werden und wie viel Zerstörung es noch geben wird.» Der Bürgerkrieg hat seit März 2011 mindestens 150 000 Menschen das Leben gekostet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, er habe den Rücktritt von Brahimi zum 31. Mai mit großem Bedauern akzeptiert. Er habe sich einer fast unlösbaren Aufgabe gestellt. «Beiden Seiten, der Regierung und der Opposition, muss ich mit Bedauern sagen, dass sie versagt haben. Es ist ihr Land und ihr Volk.» Alle müssten an die Zukunft ihres Landes denken.

«Wir müssen jetzt darüber nachdenken, wer die richtige Person sein könnte, die ihm nachfolgen soll», sagte Ban am Mittwoch bei einem Besuch in Stockholm. Dazu wolle er die Hauptakteure einschließlich der Arabischen Liga konsultieren. Als mögliche Nachfolger für Brahimi sind unter anderem der frühere Nato-Generalsekretär Javier Solana und der ehemalige tunesische Außenminister Kamal Morjane im Gespräch.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte, Brahimi habe die syrischen Friedensverhandlungen in Genf mit großer Geduld und Umsicht betrieben. Dass der Prozess erfolglos geblieben sei, sei nicht ihm anzulasten, sondern dem Regime in Damaskus, das sich «nicht ernsthaft auf Friedensgespräche eingelassen» habe.

Die syrische Regierung quittierte Brahimis Abgang mit einem Schulterzucken. Syriens Botschafter bei den Vereinten Nationen, Baschar al-Dschafari, sagte, Brahimi habe sich in innersyrische Angelegenheiten eingemischt. Präsident Assad beantworte derzeit ohnehin keine Telefonanrufe von Generalsekretär Ban mehr.

Die syrische Exil-Opposition lobte Brahimi. «Er hat das syrische Volk nicht belügen wollen, deshalb ist er zurückgetreten», sagte Badr Dschamus, ein führendes Mitglied der Nationalen Syrischen Allianz, der Nachrichtenagentur dpa. Auf die Frage nach einem möglichen Nachfolger antwortete er: «Das Problem ist nicht, welche Person es ist, sondern dass es keine einheitliche internationale Haltung gegenüber dem Assad-Regime gibt. Denn dieses Regime ist arrogant und reagiert nur auf Druck.»