Wien
HC Strache-Skandal

Witz und Wut: So reagiert das Netz auf den Politik-Skandal in Österreich

Ein Skandal erschüttert die österreichische Politik: Vizekanzler Strache ist bereits von seinem Amt zurückgetreten. Die Nutzer im Netz reagieren darauf mit Humor beziehungsweise Wut - ein Überblick.
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Viele Menschen versammelten sich am Samstag empört vor dem Bundeskanzleramt in Wien. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa
Viele Menschen versammelten sich am Samstag empört vor dem Bundeskanzleramt in Wien. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa

Strache-Video sorgt für Reaktionen im Netz - Nutzer zeigen sich empört und humorvoll: Seit den Morgenstunden des Samstags (18. Mai 2019) schlägt ein Regierungsskandal in Österreich hohe Wellen. Ein Video aus dem Jahr 2017, worauf Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zu sehen ist, wie er um russisches Geld einer angeblichen Oligarchin buhlt sowie seine Pläne zur Umstrukturierung der reichweitenstarken Kronen Zeitung Preis gibt. Die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel machten den Skandal öffentlich. Am Samstagmittag zog Vizekanzler Strache nun die Konsequenzen aus der Affäre und trat zurück. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte zuvor eine weitere Zusammenarbeit mit Strache ausgeschlossen. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur.

Der Polit-Skandal beschäftigt am Wochenende die Menschen. Via Twitter reagierten bereits zahlreiche Nutzer auf das sogenannte "Ibizagate" - teils empört, teils humorvoll. inFranken.de hat die besten Netzreaktionen gesammelt:

Strache-Video: Viele Twitter-Nutzer reagieren mit Humor

Julian Schneps berichtet beispielsweise darüber, was anscheinend im TV-Programm des österreichischen Senders ORF2 geplant war. In seinem Post ist zu sehen, dass die aktuelle Folge der Serie "Kaisermühlen Blues" sich wohl um Alkoholexzesse und das "Lotterleben" gedreht hätte. Ob die Folge mit dem Namen "Voll daneben" ausgestrahlt wird, ist unklar.

In seiner Rücktrittsrede entschuldigte sich Heinz-Christian Strache mehrfach bei seiner Ehefrau Philippa. Die Nutzerin "Mailin Stylin" macht sich darüber lustig: "Romantischte Entschuldigung an die Ehefrau ever" schreibt sie auf Twitter.

"Ole Schütze" bringt Jan Böhmermann in die Debatte: Der Satiriker kannte das Video wohl bereits länger. Das bestätigte sein Manager am Samstag gegenüber der dpa - woher wisse der Manager jedoch nicht. Im April 2019 hatte Böhmermann bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises "Romy" in einer Video-Botschaft Andeutungen zum Fall gemacht. Er könne den Preis nicht persönlich abholen, da er "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge", sagte 38-Jährige damals.

Twitter-Nutzer "Wolf" amüsiert sich in seinem Post über die "Ibizaaffäre": Mit "Eine Nacht Ibiza" kommentiert er eine Zeichung eines verkaterten Mannes.

"Teresa Sophia" bringt derweil den "Soundtrack zum Samstag" auf die Agenda.

"Frank Sarfeld" nimmt in seinem Twitter-Post eine ganz neue Perspektive ein. "Ich finde es klasse, dass jetzt der Videobeweis auch in der Politik eingeführt wird", schreibt er.

Nutzerin "Susanne Sterniczky" erkundigt sich wann die Party auf Ibiza startet: "Wann startet die Ibiza-Party? Um 11 Uhr, oder?"

Twitter: User zeigen sich empört von Politik-Skandal

Was am Samstagmittag Realität wurde, forderte Nutzerin "Leijla Visnjic" bereits am Freitagabend: "Zur ganzen Ibizaaffäre kann man eigentlich nur noch eines sagen: SOFORTIGER RÜCKTRITT - ohne wenn und aber!"

"dominik_sauer" bringt via Twitter seine ganze Enttäuschung zum Ausdruck: "Im Prinzip kann man sich nur schämen. Dafür, dass solche Menschen politische Entscheidungen in unserem schönen Österreich treffen. Sich selbst als Kämpfer des Volkes verkaufen und Österreich bei der kleinsten Gelegenheit verkaufen."

Nutzerin "Vicky Spielfrau" regt sich im Netz darüber auf, was Teil der FPÖ-Stellungnahmen war: "Oida. Das einzige Problem der FPÖ ist also lediglich, dass das Video illegal aufgenommen wurde. Das sagt eigentlich schon alles."

Was ist ihre Meinung?

SPD-Chefin Andrea Nahles hat indes Neuwahlen in Österreich gefordert. Sie verwies dabei darauf, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Strache in die Regierung gebracht habe. "Noch vor wenigen Wochen hat sich auch die Union im zweifelhaften Glanz der Konservativ-Rechts-Koalition aus Österreich gesonnt", sagte Nahles gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur.

tu