Zudem warnte er davor, dass die Krise auch in andere Länder überschwappen könnte. Es gebe im Lande viele Arbeitslose, die Mittelschicht stürze ab. Man müsse dafür sorgen, dass die Konsolidierung nicht «eine tödliche Dosis hat», meinte Steinbrück nach einem Besuch eines Solidaritätszentrums für mittellose Menschen in einem Armenviertel in Athen am Mittwoch.

Mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 50 Prozent sei der Fall Griechenland nicht etwas, was die Deutschen nicht berühren sollte. «Man könnte sich vorstellen, dass das, was politisch und gesellschaftlich (in Griechenland) passiert, auch überspringen kann auf jenes Land Deutschland, das sich im Augenblick wie "Alice im Wunderland" fühlt und sieht», sagte Steinbrück.

Der SPD-Spitzenkandidat führte anschließend Gespräche mit dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias sowie Ministerpräsident Antonis Samaras (Konservative) und dem mitregierenden Vorsitzenden der griechischen Sozialisten, Evangelos Venizelos. Griechenland brauche mehr Zeit, sein Konsolidierungsprogramm umzusetzen, um die Stabilität seiner Gesellschaft und der politischen Verhältnisse erhalten zu können, meinte Steinbrück, nach seinem Treffen mit Venizelos. Mit mehr Zeit «werden die Menschen auch mehr Hoffung bekommen», meinte Steinbrück weiter.