In den vergangenen sechs Monaten seien 89 Personen wegen groß angelegter Korruption festgenommen worden. Der Schaden für den Staat habe allein in diesen Fällen knapp 80 Milliarden Dinare (über 700 Millionen Euro) betragen. Serbien gilt traditionell als eines der korruptesten Länder Europas.

Der ehemalige Spitzenpolitiker Nemanja Kolesar, der in den zwielichtigen Verkauf des größten Stahlwerks Sartid in der Stadt Smederevo im Jahr 2003 verstrickt sein soll, wurde am Samstag in Untersuchungshaft genommen. Der wichtigste Industriebetrieb Serbiens, den das österreichische Stahlunternehmen Voestalpine für über 335 Millionen Euro (261 Millionen Euro) hatte kaufen wollen, wurde zum Schnäppchenpreis von 23 Millionen Euro an die US Steel Corporation verkauft.