Zudem verhängte er in dem Verfahren um das Bauprojekt Holyland in Jerusalem eine Geldstrafe von umgerechnet 200 000 Euro und die Einziehung von weiteren 100 000 Euro an Bestechungsgeldern. Er entsprach damit dem Antrag der Anklage.

Die harte Strafe dürfte eine Rückkehr des 68-Jährigen ins politische Leben so gut wie unmöglich machen. Olmert hatte sich während seiner Amtszeit intensiv um eine Friedensregelung mit den Palästinensern bemüht. Korruptionsvorwürfe führten jedoch im Herbst 2008 zum Sturz seiner Regierung und zu Neuwahlen im Februar 2009. Seitdem ist die siedlerfreundliche Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Ruder.

«Olmert hat seinen Posten (als früherer Bürgermeister von Jerusalem) für eigene Ziele missbraucht und hohe Summen erhalten», sagte Richter Rosen. Das Verhalten Olmerts verglich er mit Verrat.

Israelische Politiker sprachen von einem «traurigen Tag» für das Land. Präsident Schimon Peres bezeichnete das Urteil als Ausdruck der Gleichheit aller Israelis vor dem Gesetz. «Es ist ein trauriger Tag, aber man darf Gefühle nicht mit Prinzipien vermischen», fügte er am Rande eines Staatsbesuchs in Norwegen hinzu.

Auch Finanzminister Jair Lapid bedauerte das Urteil, betonte aber zugleich, es sei «ein wichtiger Tag, an dem das Justizsystem unter Beweis gestellt hat, dass niemand über dem Gesetz steht». Die Vorsitzende der oppositionellen Meretz-Partei, Zehava Galon, bezeichnete das Urteil als wichtiges Signal gegen Korruption. Justizministerin Zipi Livni äußerte Bedauern, bekräftigte aber ihr volles Vertrauen in das Gericht.

Olmert hatte noch kurz vor der Verkündung des Strafmaßes erneut seine Unschuld beteuert. Er habe nichts von Zahlungen der Bauherren an seinen Bruder gewusst. «Dies ist ein trauriger Tag, an dem ein ungerechtes Urteil über einen unschuldigen Mann gefällt werden wird», hieß es in der Mitteilung Olmerts. «Wir werden das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof anfechten», fügte er hinzu, nachdem ihm Richter Rosen keinen Glauben geschenkt hatte.

Wegen der angekündigten Berufung galt es als unwahrscheinlich, dass Olmert tatsächlich ab September ins Gefängnis muss, denn bis zu einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes kann die Haft ausgesetzt werden. Ein Ex-Präsident des Landes sitzt aber bereits in Haft: Mosche Katzav wurde 2011 wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung zu sieben Jahren verurteilt.

Auch mehrere Beteiligte aus der Verwaltung und Unternehmer wurden zu mehrjährigen Haftstrafen und saftigen Geldstrafen verurteilt. Zudem bezeichnete das Gericht die Taten als moralisch besonders verwerflich. Sollte das Urteil Bestand haben, dürfte Olmert sieben Jahre nicht in die Politik zurückkehren.