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Moskau
Atomenergie

"Schwimmendes Tschernobyl" - Kritik an neuem russischen Atomkraftwerk

Ist es eine gute Idee, unzugängliche Regionen mithilfe eines schwimmenden Atomkraftwerks mit Energie zu versorgen? Ja, sagt die russische Regierung - Umweltschützer hingegen warnen.
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Russland möchte ein schwimmendes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen. Wie gefährlich ist die Technik? Symbolbild: Daniel Karmann/dpa
Russland möchte ein schwimmendes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen. Wie gefährlich ist die Technik? Symbolbild: Daniel Karmann/dpa

Das erste schwimmende Atomkraftwerk hat sein Ziel im Fernen Osten Russlands erreicht. Die "Akademik Lomonossow" legte im Hafen der Stadt Pewek an, wie der russische Atomkonzern Rosatom am Samstag mitteilte. Vor allem von Umweltschützern gibt es heftige Kritik.

Das schwimmende Akw solle dort bis Ende Dezember angedockt werden, um dann seinen Betrieb aufzunehmen. Es hatte vor gut drei Wochen mithilfe von Schleppern in Murmansk in Nordrussland abgelegt. Rosatom-Chef Alexej Lichatschow sprach "von einem Wendepunkt für die Entwicklung kleiner modularer Kernkraftwerke".

Gefahr einer Reaktorkatastrophe?

Das schwimmende Atomkraftwerk mit zwei Druckwasserreaktoren soll die schwer zugängliche Region mit Strom und Wärme versorgen. Zudem soll die Anlage mit insgesamt 70 Megawatt Leistung Energie für die Gas- und Ölbohrinseln liefern. Das Kraftwerk, das wie ein Schiff aussieht, kann eine Stadt mit etwa 100 000 Einwohnern versorgen.

Die Gesamtkosten der Anlage in Pewek will Rosatom erst nennen, wenn das Projekt abgeschlossen sei. Die Technologie sei aber wettbewerbsfähig, sagte ein Sprecher. Russland setzt anders als Deutschland verstärkt auf Atomenergie. Moskau investiert im großen Stil in neue Atomkraftwerke, auch in Ex-Sowjetrepubliken.

Das millionenschwere Projekt ist sehr umstritten. Umweltschützer warnten zuletzt vor einer möglichen Katastrophe im Polarmeer und bezeichneten die Anlage als "schwimmendes Tschernobyl".

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