Kaum zu glauben, aber wahr: In Belgien sollen Kinder in der Schulpause die beliebte Netflix-Serie "Squid Game" nachspielen.

Eine belgische Schule teilte dies in einem Facebook-Post mit. Der Beitrag ging im Netz viral und wurde fast 40.000 Mal geteilt. Mehrere Medien berichteten darüber.

"The Squid Game": Netflix-Hit aus Südkorea ist in aller Munde

Die  Netflix-Serie "The Squid Game" ist aktuell in aller Munde. Keine Serie wird derzeit so häufig gestreamt wie die Produktion aus Südkorea.  International hat die Serie ein riesiges Publikum begeistert, nicht nur im Westen, auch etwa in der Volksrepublik China.

Auf der Online-Plattform Weibo, einem Mikroblogging Dienst vergleichbar mit Twitter, haben laut Medienberichten mehr als zwei Milliarden User den Hashtag zu "Squid Game" angeklickt. Dabei ist die Serie in Chinas streng reguliertem Internet offiziell gar nicht erhältlich.

Die ganz offensichtliche Piraterie mit "Squid Game" entwickelte sich schlussendlich zum diplomatischen Streitfall: Jang Ha-sung, Südkoreas Botschafter in Peking, hat laut Angaben des koreanischen Senders KBS von den chinesischen Behörden verlangt, gegen File-Sharing-Seiten einzugreifen, die die Serie illegal verbreiten.

Kinder in Belgien spielen "Squid Game" nach - Verlierer werden verprügelt

Das ist wohl auch nicht an den Kindern vorbeigegangen, welche die Kinderspiele nachspielten - in ihrer eigenen Variante.

Die Verlierer von Kinderspielen wie "Grünes Licht, Rotes Licht" wurden brutal verprügelt.

Eine belgische Schule in Erquelinnes schreibt eindringlich: "Wir sind sehr wachsam, damit dieses ungesunde und gefährliche Spiel gestoppt wird! Wir zählen auf eure Unterstützung und Zusammenarbeit, um eure Kinder für die Konsequenzen zu sensibilisieren!"

"Squid Game": Darum geht es in der Serie

Kein Kinderspiel: Jeder verdient eine zweite Chance. Doch in der neuen südkoreanischen Netflix-Serie "The Squid Game" kann sie tödlich enden. In den neun Folgen wird die Geschichte vom Kampf ums Überleben auf die Spitze getrieben: Knapp 500 Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, die sich alle hoch verschuldet haben, treten dabei gegeneinander an. Mehr als 30 Millionen Euro winken für den Sieg bei dem  Survival-Game, das koreanische Kinderspielchen der 1970er und 1980er aufgreift.

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Den Kampf ums Überleben muss man wörtlich nehmen. Verlierer werden in "Squid Game" sofort getötet.

Die Serie hatte in Südkorea einen unerwarteten Effekt, denn in einer Szene ist eine Telefonnummer zu sehen, die es tatsächlich gibt. Seit die Serie Mitte September online ging, riefen Tausende Menschen bei ihr an, sagte Geschäftsfrau Kim Gil-young koreanischen Medien. Sie alle wollten im Todesspiel mitmachen. Netflix will die Nummer nun pixeln. Weltweit hat die Netflix-Serie zudem zu einem deutlich gesteigerten Interesse am Erlernen der koreanischen Sprache geführt. Anfang Oktober gab das Unternehmen "Duolingo", das Online-Sprachkurse anbietet, bekannt, dass man in den Vereinigten Staaten seit Serienstart von "Squid Game" im September 40 Prozent mehr Nutzer für Koreanischkurse registriert als noch im Vorjahreszeitraum.

Offene Gesellschaftskritik

In seinem Heimatland hat "Squid Game" vor allem wegen seiner offenen Gesellschaftskritik den Zeitgeist getroffen. "Ein Grund, warum das rekordverdächtige Hit-Drama von Netflix bei so vielen Menschen Anklang fand, ist, dass es auch ein sozialer Kommentar zu realen Vorfällen in Korea ist", schreibt etwa die Tageszeitung Korea Herald.

Wachsende Ungleichheit, Diskriminierung sozialer Minderheiten und ein extremer Leistungsdruck: Fast alle großen Gesellschaftsprobleme werden in der Serie aufgegriffen. In einem Interview sagte Regisseur Hwang Dong-hyuk, dass er das "Überlebensspiel als eine Metapher, eine Parabel für die moderne kapitalistische Gesellschaft" darstellen wollte.

Dass die derzeit erfolgreichste Serie ausgerechnet aus Südkorea kommt, ist kein Zufall. Die Regierung in Seoul fördert seit Ende der 90er Jahre gezielt den Kulturexport als wirtschaftliche Wachstumsbranche. Zuletzt hatte das Land große, internationale Erfolge hervorgebracht, allen voran mit der Boyband BTS.

Lehrkräfte in mehreren Ländern beklagen Probleme mit Serie

Auch in anderen Ländern hat der Netflix-Hit für Probleme in Schulen gesorgt. Der englische "Mirror" berichtet, dass eine Schule in London einen Brief an alle Eltern verschickt hat. In diesem warnte die Schule davor, Kinder die Serie sehen zu lassen.

Eine Schule in Kent in Großbritannien gibt laut "Mirror" als Reaktion auf "Squid Game" zusätzliche Gewaltpräventionskurse für Schüler. 

red mit dpa

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