Eine militärische Lösung des Konflikts lehnte er erneut ab. Der Westen verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben. Israel fühlt sich in seiner Existenz bedroht.

In Ankara rief der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu die internationale Gemeinschaft und auch den Iran zur Fortsetzung der Gespräche auf. Die Türkei sei zur Unterstützung bereit, sagte Davutoglu am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit seinem iranischen Amtskollegen Ali-Akbar Salehi. «Es ist höchste Zeit für Gespräche und eine Lösung», wurde Davutoglu von der türkischen Agentur Anadolu zitiert.

Die Gespräche waren vor etwa einem Jahr in Istanbul wegen fehlender Fortschritte auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Iran hatte es abgelehnt, die Urananreicherung zu stoppen - ein zentrales Anliegen der 5+1-Gruppe (die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland). Die Außenminister der 27 EU-Staaten planen bei einem Treffen am Montag, den Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran zu beschließen.

In Moskau sagte Lawrow, das Riesenreich wolle sich weiter aktiv um eine politische Lösung des Streits bemühen. Russland appelliere aber auch an den Iran, schnell zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung beizutragen. Lawrow hatte erst am Vortag nachdrücklich vor einem Militärschlag gegen den Iran gewarnt. An diesem Sonntag reist der iranische Innenminister Mostafa Mohammed Nadschar zu Verhandlungen nach Moskau. Russland ist ein enger Handelspartner des Irans und lehnt neue Sanktionen gegen das Land im Weltsicherheitsrat ab.

Der Iran hatte sich in der Vorwoche für die Fortsetzung der Gespräche in der Türkei ausgesprochen. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton als Verhandlungsführerin der 5+1-Gruppe will nach Angaben von Davutoglu den Gesprächsfaden wieder aufnehmen.