Noch vor 15 Jahren hätten 60 Prozent der Russen den blutigen Herrscher negativ wahrgenommen, heute liege ihr Anteil nur noch bei 22 Prozent, sagte Lewada-Direktor Lew Gudkow der Agentur Interfax am Donnerstag. Als Grund dafür nannte er eine «Banalisierung der Stalinschen Epoche».

Der Diktator werde heute in den Schulen als Politiker dargestellt, der eine Großmacht gegründet habe, die trotz aller Repressionen den nationalen Interessen gedient habe, sagte Gudkow. Damit gehe eine Verherrlichung der Zeit durch pseudo-historische Bücher einher. Menschenrechtler beklagen seit Jahren, dass Stalins Schuld am Tod von Millionen Menschen öffentlich kaum thematisiert werde. Im Vordergrund stehe meist der Sieg der Sowjetmacht über den Hitler-Faschismus 1945.