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Vatikan lässt Gräber auf deutschem Friedhof öffnen - neue Details bekannt

Seit mehr als 35 Jahren wird ein Mädchen in Italien vermisst. Der Vatikan beteiligt sich nun an der Suche nach ihr. Auf einem deutschen Pilgerfriedhof wurden Gräber geöffnet.
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Die damals 15-Jährige kehrte 1983 nicht von der Musikschule zurück. Symbolfoto: Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa
Die damals 15-Jährige kehrte 1983 nicht von der Musikschule zurück. Symbolfoto: Evandro Inetti/ZUMA Wire/dpa

Update vom 11.07.2019: Keine Knochen bei Graböffnung gefunden

Die spektakuläre Graböffnung auf dem deutschen Friedhof im Vatikan hat die Hoffnung auf die Aufklärung eines mysteriösen Kriminalfalls zerschlagen. Die beiden Gräber seien komplett leer gewesen, sagte Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Donnerstag. Es seien weder die Gebeine des verschwundenen Mädchens Emanuela Orlandi, noch andere Überreste gefunden worden.

"Die Suche hat keine Ergebnisse gebracht", so Gisotti. "Es wurde keinerlei menschliche Überreste und keine Urnen gefunden." Der Vatikan hatte die Gräber öffnen lassen, um dort nach möglichen Überresten des Mädchens zu suchen. Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners war vor 36 Jahren spurlos verschwunden. Um den Fall ranken sich seit Jahren Gerüchte und Verschwörungstheorien.

Die beiden Gräber auf dem Campo Santo Teutonico gehören zu Sophie von Hohenlohe (gestorben 1836) und Herzogin Charlotte Friederike zu Mecklenburg (gestorben 1840). Deren Hinterbliebenen seien über das Ergebnis benachrichtigt worden, sagte Gisotti.

Die Familie Orlandi sucht seit Jahrzehnten nach einer Antwort in dem Fall. Emanuela war im Juni 1983 nach dem Besuch einer Musikschule nicht nach Hause gekommen. Emanuelas Bruder, Pietro Orlandi, sagte, er sei "erleichtert". "Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte, wenn man die Überreste von Emanuela gefunden hätte." Alle seien allerdings sehr verwundert gewesen, dass die Gräber komplett leer waren.

Erstmeldung: Vatikan lässt Gräber auf deutschen Friedhof öffnen

36 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden eines italienischen Mädchens lässt der Vatikan zwei Gräber auf dem deutschen Pilgerfriedhof beim Petersdom öffnen. Damit soll überprüft werden, ob die Leiche von Emanuela Orlandi möglicherweise auf dem Gebiet des Vatikanstaats bestattet wurde, wie aus einer Erklärung von Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Dienstag hervorgeht.

Vatikan reagiert: Gräber auf deutschem Pilgerfriedhof werden geöffnet

Die Tochter eines Vatikan-Hofdieners war im Jahre 1983 nach der Musikschule nicht nach Hause gekommen. Bis heute ist unklar, was mit der damals 15-Jährigen passierte. Deshalb ranken sich seit Jahrzehnten Gerüchte und Verschwörungstheorien um den Fall. Die Ermittlungen lagen bei den italienischen, nicht bei den vatikanischen Behörden.

Die Gräber sollen am 11. Juli unter anderem im Beisein von Anwälten der Familienangehörigen des verschwundenen Mädchens und der in den Gräbern bestatteten Personen geöffnet werden.

Familie mit Hinweis: Mädchen seit 36 Jahren verschwunden

Der Familie von Orlandi war ein Hinweis gegeben worden, demzufolge Emanuela womöglich auf dem Campo Santo Teutonico innerhalb der Vatikan-Mauern begraben worden sein könnte. Angehörige hatten den Vatikan daraufhin aufgefordert, ein Grab auf dem Friedhof zu öffnen.

In Oberfranken wurden im Mai 30 Gräber verwüstet: Die Täter liefen über Gräber, zerschlugen Engel und machten Lampen kaputt.