Nach dem Rücktritt der fünf Minister aus Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PdL) steht die Regierungskoalition aus PdL und Demokratischer Partei (PD) vor dem Aus. Sollte Letta scheitern, muss Staatschef Giorgio Napolitano einen Ausweg aus der Krise suchen. Die Finanzmärkte reagierten nervös, Bundeskanzlerin Angela Merkel griff zum Telefonhörer.

Letta erklärte am Sonntagabend im Fernsehen: «Ich hoffe, dass ein Teil derjenigen, die bis jetzt die Regierung gestützt haben, nicht einverstanden sind mit dieser Auflösung.» Sollte er keine Mehrheit bekommen, will Letta die Konsequenzen ziehen: «Um jeden Preis» wolle er nicht weiterregieren, sagte der 47-Jährige.

Berlusconi hielt auf einem seiner eigenen TV-Sender dagegen: «Ich glaube an keine Übergangsregierung aus Überläufern», kommentierte er das Szenario einer neuen Letta-Regierung unter Beteiligung abtrünniger PdL-Abgeordneter. «Das wäre eine Partei der Verräter.» Berlusconi will dagegen die italienischen Wähler nach eigenen Worten so schnell wie möglich wieder für Neuwahlen an die Urnen schicken.