Überraschend kam, dass der neue Parteichef auch das Oberkommando über die Streitkräfte erhielt. Sein zehn Jahre älterer Vorgänger Hu Jintao räumte zuvor den Vorsitz in der Militärkommission.

Nach dem monatelangen Tauziehen hinter den Kulissen stellte der neue Parteivorsitzende seine engste Führungsmannschaft vor, die nach Einschätzung chinesischer Experten von Konservativen dominiert wird. In seiner Antrittsrede versprach der neue Parteichef eine Fortsetzung der Reform- und Öffnungspolitik der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Erde. China soll nach seinem Willen eine «felsenfeste» Position in der Weltgemeinschaft einnehmen.

Nach den jüngsten Skandalen in der Partei rief Xi Jinping die 82 Millionen Parteimitglieder zur Disziplin auf. Der Kampf gegen Korruption müsse verstärkt werden, sagte der «Prinzling», der aus einer einflussreichen Familie stammt. Der Sohn des Revolutionshelden und späteren Wirtschaftsreformers Xi Zhongxun versprach, hart zu arbeiten. Das Volk wolle stabiles Wachstum, sichere Arbeitsplätze, einen Ausbau des sozialen Netzes, höhere Einkommen, bessere Gesundheitsversorgung und Umweltschutz.