«Wir verlangen eine Untersuchungskommission unter Beteiligung internationaler Organisationen, die das Ergebnis überprüft.» Wenn die Kommission feststelle, dass die Wahlen unfair waren, verlange er eine neue Abstimmung. Menschenrechtler hatten schon im Vorfeld vor fehlerhaften Wählerlisten und «Geisterwählern» gewarnt.

Die Regierungspartei CPP kam bei der Parlamentswahl am Sonntag nur auf 68 Sitze, nach 90 vor fünf Jahren. Rainsys Nationale Rettungspartei (CNRP) sicherte sich 55 Sitze. Die CNRP schmolz aus zwei Parteien zusammen, die vorher 29 Sitze hatten.

Die Aussicht, dass der seit 28 regierende Ministerpräsident Hun Sen den Forderungen von Rainsy nachkommt, sind gering. Er regiert das Land mit harter Hand und kontrolliert den Staatsapparat und weitgehend auch die Medien.

Hun Sen (60) hat die bislang viel kleinere Opposition regelmäßig eingeschüchtert, aus dem Parlament verbannt, die Immunität von Abgeordneten aufgehoben und sie mit Prozessen überhäuft. Rainsy (64) flüchtete nach dubiosen Anklagen 2009 ins Exil und kehrte erst vor gut einer Woche zurück.

«Die Wahlen waren frei, fair und transparent», urteilten Beobachter des Verbandes asiatischer Parteien (ICAPP). Sie riefen alle Parteien auf, das Ergebnis zu respektieren. In Asien sind demokratische Parteien nach westlichem Muster eine Ausnahme. In dem Verband sind unter anderen Parteien aus Aserbaidschan, Russland und Vietnam vertreten.

Die CPP sprach von einem Sieg. «Ich finde nicht, dass die Bürger der Politik der CPP eine Absage erteilt haben», sagte Kabinettssprecher Phay Siphan. Die Opposition habe nur gewonnen, weil sie mit rassistischen Parolen die Gemüter erhitzt habe. Rainsy bezeichnet die CPP-Regierung als Marionetten der vietnamesischen Regierung. Vietnamesen sind nicht gut angesehen. Viele Leute glauben, dass der mächtige Nachbar das Land ausbeutet. .