US-Präsident Barack Obama ist am Freitag auf der zweiten Station seiner Afrika-Reise in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria eingetroffen. Der zweitägige Besuch in Südafrika ist überschattet von der schweren Erkrankung des Nationalhelden Nelson Mandela. Völlig unklar war zunächst, ob Obama den 94-Jährigen an diesem Samstag im Krankenhaus besuchen wird. Obama selbst machte bereits vor seiner Ankunft klar: Er will sich nicht aufdrängen.

Obama wird am Samstag zunächst mit Präsident Jacob Zuma sprechen. Danach ist ein Treffen mit jungen Leuten an der Universität von Johannesburg geplant. Am Sonntag reist Obama nach Kapstadt weiter: Dort besucht er Robben Island, die Gefangeneninsel, auf der der Anti-Apartheid-Kämpfer Mandela viele Jahre inhaftiert war.

Bereits vor Obamas Ankunft gab es Proteste in Südafrika. Etwa 1000 Gewerkschafter demonstrierten in Pretoria, auf Plakaten beschuldigten sie Obama der «Kriegsverbrechen». Für das Wochenende sind mehrere Demonstrationen angekündigt.

Die erste Station von Obamas einwöchiger Afrika-Reise war der Senegal in Westafrika. Obama sagte dem Land weitere Hilfen zur Förderung der Landwirtschaft zu. Die amerikanische Regierung und private Unternehmen würden neue landwirtschaftliche Initiativen in der Region unterstützen, sagte Obama am Freitag auf einer Veranstaltung des Programms «Feed the Future» in der Hauptstadt Dakar.

Dutzende senegalesische Bauern, Kleinunternehmer und Geschäftsleute kamen zu dem Treffen mit dem US-Präsidenten. Viele von ihnen sind stark von den dürftigen Getreideernten in der Sahelzone betroffen, die im Land die Einkünfte schmälern und für Mangelernährung sorgen. Die letzte Station der Reise ist das ostafrikanische Tansania. Auf seiner Afrika-Reise wird Obama von seiner Frau Michelle und seinen Töchtern Malia and Sasha begleitet.