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New York
Krankenhaus

Tödliche Verwechslung - Familie lässt Geräte von falschem Mann abschalten

Vergangenen Sommer hat sich in New York eine Tragödie abgespielt. Ein Patient wurde verwechselt und die Familie eines Fremden entschied, seine Geräte abschalten zu lassen. Mittlerweile tobt ein juristischer Streit.
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Im "St.Barnabas Hospital" hat sich im Juli 2018 eine tödliche Verwechslung zugetragen. Symbolbild: pixabay.com/geralt
Im "St.Barnabas Hospital" hat sich im Juli 2018 eine tödliche Verwechslung zugetragen. Symbolbild: pixabay.com/geralt

Familie lässt Krankenhausgeräte von Mann abschalten - aber er gehört gar nicht zur Familie: In New York (USA) hat es vergangenes Jahr eine tödliche Verwechslung gegeben. Im St.Barnabas Hospital der amerikanischen Metropole wurde im Juli 2018 ein Mann mit einer Überdosis an Drogen eingeliefert. Der Ausweis des jungen Mannes wurde überprüft und die Familie informiert. Shirell Powell, die "Schwester" des Patienten, eilte ins Klinikum, um bei ihrem Bruder zu sein. Als die junge Frau ins Krankenzimmer kam, hatte er "Schläuche im Mund und eine Nackenstütze", wie sie der New York Post erzählte.

Die Diagnose der Ärzte: Das Gehirn des Patienten sei durch den Drogenkonsum stark beschädigt worden. Laut dem Bericht wurde der Mann zwei Tage später für hirntot erklärt. Die "Familie" des Mannes beschloss schließlich, die lebenserhaltenden Geräte des Mannes abschalten zu lassen. Der Name des hirntoten Patienten: Frederick Williams.

Tödliche Verwechslung im Krankenhaus: Powells Nummer wird Patienten zum Verhängnis

Einige Wochen später klingelt das Telefon im Hause Williams. Die Schocknachricht: Der Bruder der jungen ist nicht hirntot, sondern er sitzt in Untersuchungshaft in "Rikers Island", einem Gefängnis in New York. Der Mann, dessen Geräte abgeschaltet wurden, war nicht ihr Bruder - es war Freddy Clarence Williams.

Das Krankenhaus erklärt später, wie es zur tödlichen Verwechslung gekommen sein soll: Das Gesicht des Mannes sei stark angeschwollen gewesen. Zudem seien beide Männer Afroamerikaner und circa 40 Jahre alt. Das Verhängnis: Shirell Powells "wahrer" Bruder war Wochen zuvor im selben Krankenhaus zu einer Behandlung, damals hinterlegte er die Nummer seiner Schwester als Kontakt - und so wurde Shirell Powell ins St.Barnabas Hospital gerufen.

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Gegenüber der New York Post sagte sie im Nachgang: "Ich wurde fast ohnmächtig, weil ich jemanden getötet habe, den ich noch nicht einmal kannte. Ich habe meine Zustimmung gegeben." Eine weitere Schwester Williams' hatte damals Zweifel, ob es ihr Bruder sei. Jedoch erkannten selbst seine Töchter ihn, als ihren Vater.

Der Vorfall zieht mittlerweile ein juristisches Nachspiel mit sich: Wie CNN berichtet, hat Powell das Krankenhaus verklagt. Ihr Anwalt sagte demnach, dass das Krankenhaus bisher nicht eingesehen habe, an der Verwechslung Schuld zu haben. Es habe sich auch Niemand entschuldigt.