Christchurch
Terror

Mindestens 49 Tote nach Terrorangriff auf zwei Moscheen in Neuseeland

In Neuseeland ist es zu einem bewaffneten Angriff auf zwei Moscheen gekommen. Es sind 49 Menschen getötet worden. Die Regierung spricht von einer "terroristischen Attacke".
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Bei einem bewaffneten Angriff auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind am Freitag 49 Menschen getötet worden. Dies teilte die Polizei mit. Zudem wurden durch Schüsse in den beiden Gotteshäusern Dutzende Menschen verletzt. Wie die "Deutsche Presse Agentur" mitteilt, werden 48 Menschen mit Schusswunden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt.

Terroristische Attacke in Neuseeland

Für den Pazifikstaat ist der brutale Angriff eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einer von Neuseelands "dunkelsten Stunden". Sie stuft den Angriff als Terrorakt ein: "Es ist klar, dass dies nur als terroristische Attacke beschrieben werden kann", sagte sie am Freitag im Fernsehen.

Mehr als 300 Menschen in Moschee

Nach Augenzeugenberichten begann das Drama gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ). Ein bewaffneter Mann drang in eine Moschee in der Innenstadt ein, wo sich zur Mittagsstunde mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten, und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse. Im Internet kursierte ein Video der Tat, das von dem 28-Jährigen stammt. Offenbar trug er eine Helmkamera.

Täter gab mindestens 50 Schüsse ab

Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung "New Zealand Herald" von einem "Schockmoment". "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen." Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: "Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein." Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.

Polizei nahm vier Verdächtige fest

Der zuständige Polizei-Chef Mike Bush sagte, es seien vier Menschen festgenommen worden, wobei einer davon vermutlich nicht mit dem Angriff in Verbindung stehe. Einem anderen Verdächtigen, der Ende 20 sei, werde Mord vorgeworfen. Er soll bereits an diesem Samstag einem Richter vorgeführt werden. Bei den übrigen zwei Verdächtigen müsse noch genau geklärt werden, was sie mit dem Vorfall zu tun hätten. Sie seien im Besitz von Schusswaffen gewesen.

Australiens Premierminister Scott Morrison bestätigte, dass einer der Verdächtigen Australier ist. Er sprach von einem "rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen". Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann aus einem weißen Auto ziehen, das zuvor offensichtlich gerammt wurde. Nach Angaben von Polizeisprecher Bush wurden an mehreren Autos Sprengsätze entdeckt.

Muslime sollen zuhause bleiben

Aus Sorge vor weiteren Attacken riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte sie, zuhause zu bleiben: "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen." Die Sperrung wurde erst am Abend (Ortszeit) wieder aufgehoben.

Erdogan verurteilt Terror-Angriffe

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die mutmaßlichen Terror-Angriffe scharf verurteilt. Sie seien "das jüngste Beispiel des wachsenden Rassismus und der Islam-Phobie", schrieb Erdogan auf Twitter am Freitagmorgen. Auch europäische Politiker und Vertreter von Religionsgemeinschaften äußerten tiefe Bestürzung und verurteilten den Angriff laut der dpa.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50 000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum. Die Stadt Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Premierministerin Ardern sagte, für solche Taten gebe es "keinen Platz in Neuseeland". Zugleich sprach sie den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. "Neuseeland ist deren Heimat. Sie hätten sich hier sicher fühlen sollen." Christchurchs Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: "Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann."

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