US-Außenminister John Kerry hält die Nahost-Friedensverhandlungen ungeachtet der jüngsten Rückschläge noch nicht für gescheitert. «Es wäre völlig verfrüht, aus den heutigen Ereignissen irgendeinen Schluss darüber zu ziehen, wie die Dinge jetzt stehen», sagte er am Dienstagabend in Brüssel. Er sagte, keine der Organisationen, bei denen die Palästinenser Aufnahme beantragen wollten, sei eine UN-Organisation.

Kerry ließ offen, ob er wie geplant am Mittwoch nach Ramallah kommen werde. «Ich weiß nicht, ob ich fliegen werde. Wir müssen bestimmte Dinge hinsichtlich der Logistik an Ort und Stelle, und was da möglich ist, klären.»

Fehlende Kompromissbereitschaft Israels und der Palästinenser hatte die Nahost-Friedensgespräche in die tiefste Krise seit ihrem Beginn vor acht Monaten gestürzt. Die Palästinenser kündigten am Dienstag an, gegen bisherige Abmachungen sich bei ihrem Streben nach einem eigenen Staat wieder an die internationale Gemeinschaft zu wenden. Zuvor hatte Israel ein von den Palästinensern gesetztes Ultimatum zur Freilassung der letzten Gruppe von 26 palästinensischen Langzeithäftlingen verstreichen lassen.