«Wir haben keine Angst davor, diesem Nordamerikaner Asyl zu gewähren, der von seinen eigenen Landsleuten verfolgt wird», sagte der bolivianische Präsident Evo Morales am Samstag laut einem Bericht der Zeitung «El Deber».

Vor Bolivien hatte bereits Venezuelas linkspopulistischer Staatschef Nicolás Maduro dem 30-jährigen Amerikaner Asyl angeboten. Er wolle Snowden vor der Verfolgung «durch eine der mächtigsten Regierungen der Welt» schützen, sagte er bei einer Militärparade. Auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega stellte dem «Whistleblower» eine Aufnahme in dem mittelamerikanischen Land in Aussicht.

Nach seinen brisanten Enthüllungen über weltweite Datenspionage der USA soll Snowden seit rund zwei Wochen auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo festsitzen. Direktflüge aus Moskau in die möglichen Asylländer gibt es nicht. Die USA haben seinen Pass annulliert. Erst vor wenigen Tagen war es zu einem diplomatischen Eklat gekommen, als Boliviens Staatschef Morales aus Moskau kommend in Wien ungeplant zwischenlanden musste.