Karsai beschuldigte am Donnerstag in Kabul auf einer Pressekonferenz die westlichen Medien, einen «psychologischen Krieg» zu führen. Er kritisierte Berichte, die für die Zeit nach 2014 einen «Weltuntergang», den Ausbruch eines Bürgerkriegs oder die Rückkehr der Taliban voraussagten. «Das soll uns Angst machen», sagte Karsai.

Bis Ende 2014 sollen die meisten der Nato-Kampftruppen abgezogen und die Verantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte übergeben werden. Karsai meinte, der Krieg gegen den Terrorismus sei aus afghanischer Sicht «nicht erfolgreich». «Warum seid Ihr hier?», fragte er. Die Zufluchtsorte der Terroristen lägen nicht in seinem Land. Dabei spielte er offenbar auf den Nachbarstaat Pakistan an, dessen Grenzgebiet als Rückzugsorte für Terroristen gilt.

Karsai machte außerdem klar, dass er am Wahltermin 2014 festhalte. Im Frühjahr hatte er noch überlegt, die Präsidentenwahl um ein Jahr vorzuziehen, weil der gleichzeitige Abzug der ausländischen Truppen eine zu große Belastung für das Land darstellen könnte. «Die Wahl wird definitiv pünktlich stattfinden», sagte er nun. «Meine Präsidentschaft, die 2014 enden wird, verlöre ihre Legitimität, wenn sie auch nur einen Tag verlängert würde.» Einen von ihm favorisierten Kandidaten nannte er nicht.