Tödlicher Erreger in der Grundwasserversorgung des Bundesstaats Texas nachgewiesen: US-Gesundheitsbehörden haben im Leitungswasser mehrerer Gemeinden die Amöbe "Naegleria Fowleri" gefunden.

Anlass der Trinkwasseruntersuchung war der Tod eines sechsjährigen Jungen, der infolge einer Infektion gestorben war. Dem amerikanischen Nachrichtensender Cable News Network (CNN) zufolge waren insgesamt acht Gemeinden betroffen.

Auf keinen Fall trinken: Amöbe verseucht Leitungswasser

Auf die Spur des Parasiten kamen die US-Behörden durch den Tod eines Sechsjährigen der Stadt Lake Jackson, Texas, welcher am 8. September 2020 mit einer schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Junge verstarb wenige Tage später. Die Ärzte stellten die Amöbe "Naegleria Fowleri" als Todesursache fest und ließen im Anschluss die Grundwasserversorgung überprüfen.

CNN berichtet, dass der Parasit in mehreren Wasserproben der Stadt nachgewiesen werden konnte. Die Bewohner von Lake Jackson und acht weiteren Gemeinden wurden am 25. September dazu aufgefordert Leitungswasser nur noch zum Spülen der Toilette zu verwenden, bis das Wassersystem wieder desinfiziert sei.

Die Warnung wurde mittlerweile größtenteils wieder aufgehoben und gilt derzeit nur noch für die 27.000-Einwohner-große Stadt Lake Jackson.

"Hirnfressende" Amöbe: Auch das RKI warnt vor "Naegleria Fowleri"

"Naegleria Fowleri" überlebt nur in warmem Süßwässer und ist laut "Robert Koch-Institut (RKI)" besonders in den Gewässern und Böden der Subtropen und Tropen verbreitet. Eigentlich wird die Amöbe als ungefährlich eingestuft. Gelangt der Parasit allerdings durch die Nase in den menschlichen Körper, endet eine Infektion meist tödlich. Laut der US-Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention (CDC)" kämen die meisten Infektionen beim Baden oder Tauchen in kontaminiertem Wasser zustande.

Der Erreger befällt dann das Gehirn des Betroffenen, weshalb der Parasit auch als "hirnfressende" Amöbe bekannt ist. Zwischen ein und neun Tage nach der Infektion entwickeln sich erste Symptome, wie beispielsweise Schmerzen an der Vorderseite des Kopfes, Fieber und Übelkeit. Mit dem weiteren Krankheitsverlauf können dann Halluzinationen, Verwirrung und Gleichgewichtsstörungen bei den Betroffenen auftreten.

Ein Artikel der Online-Fachzeitschrift PLOS ONE berichtet, dass mehr als 95 Prozent aller dokumentierten Infektionen tödlich ausgingen. Infizierte überleben im Durchschnitt nicht länger als fünf Tage. Bisher gibt es nur wenige Fälle in denen eine Erkrankung durch "Naegleria Fowleri" überstanden wurde.

Selten, aber tödlich: Nur wenige Fälle der Amöbe bekannt

Weltweit sind nur wenige Infektionen durch "Naegleria Fowleri" dokumentiert. Das "CDC" spricht von 34 Fällen in Amerika im Zeitraum von 2009 bis 2018. Bekannte Erkrankungen gab es zudem in Australien und Frankreich. Es wird davon ausgegangen, dass es viele Fälle in Entwicklungs- und Schwellenländern gibt, welche allerdings nicht als solche erkannt werden.

In Deutschland wurde bisher keine einzige Infektion durch die "hirnfressende Amöbe" dokumentiert.

Letztes Jahr entdeckten Forscher einen extrem seltenen, aber tödlichen Parasiten in Europa. Der Erreger kann bei Menschen eine Hirnhautentzündung auslösen.

aa