• Grüner Pass in Italien: Corona-Regelungen für Reisende deutlich verschärft
  • Die italienische Regierung hat die Restriktionen seit dem 01. September 2021 weiter angezogen
  • Corona-Nachweis ist Pflicht bei Besuchen von Gastronomie, Museen und Fitnessstudios
  • Seit dem 06. August 2021 gilt die Green-Pass-Pflicht in Italien

Die Corona-Nachweis-Pflicht wurde von der Regierung Italiens zusätzlich verschärft. Im Zentrum der neuen Regelungen steht der sogenannte Green Pass. Der Green Pass wurde schon im Vorfeld der Einführung kontrovers in Italien diskutiert. Trotzdem gilt er als elementarer Bestandteil der Corona-Strategie des Landes. 

Update vom 10.09.2021: Italien verschärft Green-Pass-Pflicht

Italiens Regierung hat die Corona-Nachweis-Pflicht im Bildungs- und Pflegebereich nochmals ausgeweitet. Wer Einrichtungen im nationalen Bildungssystem betreten will, muss nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sein beziehungsweise einen negativen Test vorweisen können, wie die Regierung am späten Donnerstagabend mitteilte. In Italien werden diese Nachweise unter dem Begriff Green-Pass (Grüner Pass) zusammengefasst. Die Regelung gilt damit für Schulen, aber auch Einrichtungen, in denen zum Beispiel Abend- oder Weiterbildungskurse abgehalten werden.

Die Regierung hatte die Green-Pass-Pflicht bereits für die Lehrer zum im September beginnenden Schuljahr eingeführt. Nun sind alle, also auch externe Arbeitskräfte, davon eingenommen, die zum Beispiel in der Schulkantine tätig sind oder in den Einrichtungen sauber machen. Wer diesen Nachweis nicht hat, kann damit nicht zur Arbeit kommen. Von der Regelung ausgenommen sind die Schüler. An den Universitäten brauchen dagegen alle den Nachweis. Für die Kontrollen ist immer die Leitung der jeweiligen Einrichtung zuständig, wie aus der Mitteilung hervorging.

Das Kabinett von Ministerpräsident Mario Draghi einigte sich auch darauf, ab dem 10. Oktober den Grünen Pass für das Personal in Alten- und Pflegeheimen vorzuschreiben. Sowohl im Bildungs- als auch im Pflegebereich gelten die Maßnahmen zunächst bis Ende des Jahres, teilte die Regierung weiter mit. Ausgenommen sind Menschen, die nachweislich nicht geimpft werden können.

Update vom 01.09.2021: Green-Pass-Regeln nochmals verschärft - hier brauchen Reisende einen Nachweis

In Italien gelten ab dem 1. September verschärfte Corona-Regeln. Wer mit Langstreckenbussen oder im Bahnverkehr mit Hochgeschwindigkeits- sowie Intercity-Zügen reist, braucht einen Nachweis, dass er gegen Covid-19 geimpft, negativ getestet oder genesen ist. Diese Nachweise werden in Italien auch als Green Pass (Grüner Pass) bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein digitales oder ausdruckbares Zertifikat. Für den öffentlichen Nahverkehr sind sie nicht nötig. An den Bahnhöfen oder in den Zügen soll das Bahnpersonal laut Trenitalia die Zertifikate kontrollieren. In Deutschland wird derzeit noch über mögliche Nachweispflichten zum Corona-Schutz in Fernzügen gestritten. In Italien ist der Grüne Pass nun auch für Reisende auf Inlandsflügen Pflicht. Wer mit der Fähre zwischen zwei italienischen Regionen verkehrt, also etwa vom Latium nach Sardinien, braucht ebenfalls diesen Nachweis.

Die Regierung hatte sich wegen der gestiegenen Corona-Infektionszahlen Anfang August auf weitere Regeln geeinigt. Zunächst führte sie die Green-Pass-Pflicht für Restaurantgäste ein, die innen am Tisch sitzen wollen. Im Vorfeld der nun geltenden Regeln hatten landesweit Impf- und Green-Pass-Gegner teils heftig dagegen demonstriert.

Weitere Regeln gelten für das im September wieder beginnende Schuljahr. Das Schulpersonal darf nur mit dem Green-Pass zur Arbeit kommen - eine teils umstrittene Regelung. Wer sich nicht impfen lassen kann, bekommt kostenlose Corona-Tests. Ansonsten sind diese in Italien in der Regel kostenpflichtig. Dem Schulpersonal ohne Green Pass kann damit die Kündigung drohen, wenn sie länger als fünf Tage ohne Grund fehlen. An den Universitäten gilt die Nachweispflicht dagegen für Studierende und alle, die dort arbeiten, also Menschen in der Lehre oder Forschung.

Grüner Pass in Italien: Urlaub in Corona-Zeiten - das müssen Reisende beachten 

Vor der Einführung des Green Pass hatten sich vermehrt Proteste gegen den Pass stark gemacht. Seitens der Oppositionsführerin Georgia Meloni wurde die Einführung als "verfassungswidriger Wahnsinn" betitelt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)  sie zitiert.  Und mit ihrer Meinung ist sie nicht allein. Wie die FAZ weiter ausführt, waren insgesamt rund 80.000 Menschen im Protest gegen den Grünen Pass auf der Straße.  Doch was hat es mit dem Grünen Pass genau auf sich?

Der Grüne Pass wird seit dem 6. August in vielen Einrichtungen in Italien benötigt, um diese zu nutzen. Betroffen sind beispielsweise gastronomische Betriebe,  Museen, Kinos, Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Schwimmbäder und Fitnessstudios. Die neuen Regeln gelten auch für Kultur- oder Sportveranstaltungen im Freien oder für Fitnessstudios. Betroffen sind alle Menschen ab zwölf Jahren. Restaurantbetreiber oder Betreiber anderer Unternehmen müssen sich die Nachweise vorzeigen lassen. Wer dagegen verstößt, muss mit Strafen rechnen.

Nur wer geimpft, genesen oder getestet (3G) ist, kann über den Grünen Pass verfügen, wie etwa die Infoseite der Region Südtirol erklärt. Dabei zählt man laut Deutscher Presseagentur (DPA) im EU-Standard zwar erst als geimpft, wenn man seine Zweitimpfung vor mehr als 14 Tagen erhalten hat, aber in Italien reicht für diesen Status bereits die Erstimpfung. Jedoch zählt man nicht mehr als Geimpfter, sollte man die nachfolgende Zweitimpfung nicht wahrnehmen.

Green-Pass-Pflicht für Urlauber*innen: Diese Zertifikate aus Deutschland sind gültig

Für Urlauber, die in Deutschland geimpft wurden, gibt es ein digitales EU-Impfzertifikat unter anderem bei Ärzten, Apotheken oder Impfzentren. Die Nachweise eines der "3G" (geimpft, genesen, getestet) müssen auf Italienisch, Französisch, Englisch oder Spanisch vorliegen.

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Für den Pass reicht in Italien schon eine erste Impfung. Bei Genesenen darf die Corona-Erkrankung nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Für Hotels oder die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ist derzeit noch kein Grüner Pass notwendig. Seit September ist der Pass aber auch in Fernzügen, Fernbussen und auf Fähren Pflicht.

Wichtig für Urlauber: Die Regionen in Italien sind je nach aktueller Corona-Lage in vier verschiedene Kategorien aufgeteilt (weiß, gelb, orange und rot). Dort können unterschiedliche Regeln gelten. Auch Reisen im Inland sind dann gegebenenfalls eingeschränkt. Wer einen Grünen Pass oder ein Impfzertifikat vorweisen kann, darf sich allerdings uneingeschränkt zwischen allen Zonen bewegen.

Seit September gilt der Grüne Pass neben Schulen auch in Fernzügen und -bussen, auf Fähren oder bei Flügen. Die Coronazahlen steigen in Italien derzeit, allerdings nur leicht. Mit dem Grünen Pass soll nach den Ferien in Schulen Präsenzunterricht dauerhaft möglich sein. Laut Gesundheitsminister Roberto Speranza sind bis zu 90 Prozent der Lehrer in Italien geimpft. Wenn Lehrer den Grünen Pass nicht vorweisen, werden sie nach fünf Tagen vom Dienst suspendiert und nicht mehr bezahlt. "In dieser Phase ist es die Entscheidung der Regierung, in den Pass zu investieren, um Schließungen zu verhindern und die Freiheit zu schützen", sagte Speranza. Allerdings stoßen die Regeln auf Widerstand. Immer wieder gibt es Demonstrationen gegen den Grünen Pass.

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In breiten Teilen der Bevölkerung trifft der Pass aber auf Zustimmung: Nach Angaben des BR wurde sich dieser Pass bereits 40 Millionen Mal heruntergeladen. Und allgemein kann festgestellt werden, dass die Impfbereitschaft durch diese Maßnahme von Ministerpräsident Mario Draghi angestiegen ist.  Wenige Stunden nach der Verkündung von Draghi stiegen die Zahlen der gebuchten Impftermine um rund 150.000 an, wie die FAZ berichtet. 

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in Italien stark angestiegen. Am Freitag (27. August 2021) lag die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Italien bei 75,4. Viele dieser Infektionen könnten demnach auch aufgrund des EM-Triumphs der Italiener herrühren. Italien erhofft sich nun diese Zahlen durch konsequentes Impfen zu überwinden. Nach Umfrageergebnissen, die in der FAZ angegeben werden, liegt der Impfgegneranteil im Land bei knapp 11 bis 13 Prozent. Insgesamt vollständig geimpft ist hingegen rund die Hälfte der Bürger*innen.

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Vorschaubild: © Ilia Yefimovich (dpa)