Greta Thunberg kritisiert brasilianischen Umweltminister Salles: Greta Thunberg hat Kritik an den Äußerungen des brasilianischen Umweltministers Ricardo Salles zu Lockerungen von Bestimmungen für das Amazonas-Gebiet in der Covid-19-Pandemie geübt. «Stellt euch vor, was gesagt wurde, als die Kamera aus war. Unsere gemeinsame Zukunft ist nur ein Spiel für sie», schrieb die schwedische Klima-Aktivistin auf Twitter und verlinkte einen Bericht über ein am Freitag (22.05.2020) freigegebenes Video einer Kabinettssitzung. «Rettet Amazonien.»

Salles zufolge sollte die Regierung es ausnutzen, dass die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf das Coronavirus gerichtet ist, um Umweltvorschriften für Amazonien zu lockern, ohne einen Aufschrei zu erzeugen. «Wir haben in diesem Moment die Gelegenheit, alle Regelungen zu ändern und die Vorschriften zu vereinfachen», sagte Salles. Die Aufnahme ist eigentlich Teil eines Verfahrens gegen den rechten Präsidenten Jair Bolsonaro wegen politischer Einflussnahme auf die Bundespolizei.

Amazonien: Abholzung steigt um 55 Prozent

Das Video scheint die Vorwürfe gegen den darin Schimpfwörter schleudernden Bolsonaro zu verfestigen. Aber es zeigte auch schockierende Aussagen anderer Minister wie des für Bildung zuständigen Abraham Weintraub, der die Richter des Obersten Gerichts als «Penner» bezeichnete, die hinter Gitter gehörten, oder Salles. Tatsächlich ist die Abholzung in Amazonien in den ersten vier Monaten des Jahres nach den Daten des Nationalen Institut für Weltraumforschung Inpe im Jahresvergleich um 55 Prozent gestiegen.

Ende März hatte die Klima-Aktivistin Greta Thunberg in einem Instagram-Post von einer möglichen Coronavirus-Infektion berichtet. Es sei "extrem wahrscheinlich", dass sie infiziert sei, schrieb die junge Schwedin.