Bamberg
Kommentar

Es bleibt noch ein weiter Weg nach "Cuba Libre"

Kuba verspricht die Reisefreiheit und wird das Versprechen doch nicht halten können. Längst nicht jeder, der reisen will, wird es auch dürfen. Doch wer den Durst nach Freiheit weckt, muss ihn auch stillen.
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Foto: pr
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Reisefreiheit ist ein Wort von besonderem Klang, gerade in deutschen Ohren. So erfreulich die Ankündigung der kubanischen Regierung auf den ersten Blick erscheint, darf das große "Aber" nicht unter den Tisch fallen. Denn noch klingt das Versprechen einigermaßen schwammig, sind die Rahmenbedingungen keinesfalls rosig, bleibt noch manches Grundrecht wie Presse-, Meinungs - oder Versammlungsrecht stark eingeschränkt.


Das Versprechen bleibt vage


Ein "Cuba Libre" (freies Kuba) sähe anders aus, zu offensichtlich muss sich eines der letzten kommunistischen Bollwerke noch immer vor einem Ausbluten schützen. Bislang deuten die Machthaber nur vage an, dass besonders Qualifizierte (die sich das Reisen auch leisten könnten) nicht so einfach gehen können. Anderen fehlen die Mittel und wenn dann doch ein kleines Vermögen vorhanden ist, muss es in Kuba bleiben.


Gorbatschows Worte gelten noch immer


Wer zu lang auf Diktatur gesetzt hat, wird sich auch mit häppchenweisen Erleichterungen kein glückliches Volk mehr erziehen. Schon gar nicht, wenn es so arm bleibt wie das kubanische. Zu groß bleibt der Drang nach der uneingeschränkten Freiheit. Das hat die deutsche Geschichte gezeigt. Kuba ist spät dran mit seiner Reisefreiheit und die historischen Worte von Michail Gorbatschow gelten auch heute noch: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.