Die Türkei hat die umstrittene Erdgas-Suche im östlichen Mittelmeer abermals verlängert. Der Einsatz des Forschungsschiffs «Oruc Reis» soll nach Angaben der zuständigen Marinebehörde nun mindestens bis zum 12. September dauern.

Eigentlich hatte er schon am 23. August enden sollen, wurde dann aber mehrmals und zuletzt bis zum 1. September verlängert. Das griechische Außenministerium kritisierte die Verlängerung scharf. «Die Türkei erfüllt treu die Rolle des Unruhestifters und des Faktors der Destabilisierung der Region», hieß es aus Athen.

Ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell erklärte am Dienstag in Brüssel, dass die EU von der Türkei erwarte, dass sie Handlungen unterlässt, die zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führen könnten. Er erinnerte zudem daran, dass sonst beim nächsten EU-Gipfel über zusätzliche Sanktionen gegen die Türkei gesprochen werden könnte.

Die «Oruc Reis» sucht seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas. An der Mission hat sich ein lang schwelender Streit um Erdgas zwischen Griechenland und der Türkei wieder entzündet. Ankara argumentiert, dass das Gebiet, in dem das Schiff nach Erdgas sucht, zum türkischen Festlandsockel gehört und das Land damit das Recht auf Ausbeutung hat. Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb das EU-Mitglied Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

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