Nach Angaben der Muslimbruderschaft des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi starben am Samstag mindestens 120 Menschen, nachdem Einheiten der Bereitschaftspolizei Demonstranten am Rande ihres Protest-Camps in der Vorstadt Nasr City angegriffen hätten. Rund 4000 Menschen wurden nach diesen Angaben verletzt.

Am Abend sollte ein 48-Stunden-Ultimatum des Militärs ablaufen: Die Islamisten sollten sich bis dahin am sogenannten Versöhnungsprozess beteiligen - sonst drohe eine härtere Gangart. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, wurde nicht näher erläutert. Auch das genaue Ende der Frist war unklar. Innenminister Mohammed Ibrahim führte die jüngste Gewaltorgie auf eine «Provokation» der Muslimbrüder zurück. Deren Dauerkundgebungen würden bald «auf legalem Weg» beendet, sagte er.