Das Innenministerium bestätigte am Freitag Spekulationen über den Hintergrund des Anschlags auf israelische Touristen, ohne Angaben zur Nationalität des Täters zu machen. Die fünf Opfer der Bombenexplosion vom Mittwoch wurden in ihren israelischen Heimatorten beigesetzt.

Der Mann habe mindestens vier Tage im Küstenort Burgas am Schwarzen Meer verbracht, ehe er sich unter die israelische Reisegruppe mischte und sich in die Luft sprengte. Israel hatte die iranische Führung und die libanesische Hisbollah unmittelbar nach dem Anschlag für die Bluttat verantwortlich gemacht. Der Iran bestritt dies vehement.

Der Selbstmordattentäter hatte die 25 bis 44 Jahre alten Touristen und einen bulgarischen Busfahrer mit in den Tod gerissen. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt, als der Mann in dem Bus der Reisegruppe in den Sprengsatz zündete. Medien hatten zunächst berichtet, der Attentäter sei ein 33-jähriger ehemaliger Guantánamo-Häftling mit schwedischem Pass. Die Regierungen in Sofia und Stockholm dementierten das aber.

In Israel wurde als erstes Opfer der 28-jährige Izik Colangi in seiner Heimatstadt Petach Tikwa östlich von Tel Aviv beigesetzt. Wie israelische Medien berichteten, war er mit seiner Frau in den Urlaub geflogen, um die Geburt der Tochter nachträglich zu feiern. Das inzwischen vier Monate alte Kind blieb zu Hause bei den Großeltern. Die Mutter wurde bei der Explosion ebenfalls schwer verletzt.

Kurz nach Colangi wurde auch sein Jugendfreund Amir Menashe zu Grabe getragen. In der Ortschaft Akko bestatteten Angehörige die beiden Freunde Maor Harush und Elior Preiss. Die 44-jährige Kochava Shriki, das fünfte Opfer, soll nach Angaben ihrer Familie schwanger gewesen sein.

Die in israelische Flaggen gehüllten Särge waren in der Nacht überführt worden, die Familien nahmen sie bei einer Trauerzeremonie am Flughafen bei Tel Aviv in Empfang. Ein Geistlicher las Psalmen vor. Auf Bildern war zu sehen, wie sich die Angehörigen weinend auf die Särge warfen und sich gegenseitig stützten. Eine junge Frau brach zusammen. «Es gibt keinen Trost für das Leid, das Euch zugestoßen ist», sagte der Tourismusminister Stas Miseschnikow zu den Trauernden.

Hochrangige US-Regierungsbeamte hatten nach dem Anschlag die Vermutung aufgestellt, der Attentäter sei ein Mitglied der bulgarischen Zelle der pro-iranischen Hisbollah. Das berichtete die «New York Times». Der Attentäter ist auf dem Video einer Überwachungskamera zu sehen, er hatte gefälschte US-Papiere bei sich.