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Bozen
Schwerer Unfall

Auto rast in Reisegruppe - sieben Deutsche sterben

Nach einem Horror-Unfall im Südtirol ist die Zahl der Todesopfer auf sieben angestiegen, es gibt zehn weitere Verletzte. Dem Todesfahrer drohen nun 18 Jahre Gefängnis. Laut seines Anwalts bereue er die Trunkenheitsfahrt. Alle Informationen dazu kompakt im Überblick.
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Die Ermittlungen zum tödlichen Unfall in Luttach laufen. Foto: Lino Mirgeler/dpa
Die Ermittlungen zum tödlichen Unfall in Luttach laufen. Foto: Lino Mirgeler/dpa

  • Südtirol: Schwerer Unfall in der Nacht auf Sonntag in Bozen
  • Siebtes Todesopfer stirbt am Montag im Krankenhaus
  • Viele Unfallopfer aus NRW: Ministerpräsident Laschet äußert sich
  • Auto raste in Menschengruppe
  • Touristen waren im Skiurlaub
  • Alle Informationen zum tödlichen Unfall im Überblick:

Update am 06.01.2020, 18.34 Uhr: Weiteres Todesopfer bestätigt

Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Montagnachmittag (6. Januar 2020) starb nun das siebte Todesopfer. Die Frau aus Deutschland erlag in einem Krankenhaus in Innsbruck in Österreich ihren schweren Verletzungen. Der zweite schwer verletzte Patient, der in Innsbruck behandelt wird, sei auf dem Weg der Besserung.

Der Todesfahrer sitzt in Haft. Nach Angaben seines Anwalts bereue der 27-Jährige den Unfall im Wintersportort Luttach. Alessandro Tonon sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Mandant habe sich für nicht so stark alkoholisiert gehalten. Ihm drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft.

Der 27-Jährige sei sich bewusst, dass er getrunken habe, sagte der Jurist. Aber als er den Wert von fast 2 Promille erfahren habe, sei er verwundert gewesen. Alessandro Tonon ist nach eigenen Angaben Pflichtverteidiger des Mannes. In Italien gilt ähnlich wie in Deutschland eine 0,5-Promille-Grenze - mit strengeren Werten für Anfänger.

Sein Mandant habe sagt, er sei alleine im Unfallwagen gewesen, ergänzte Alessandro Tonon. Er und seine Freundin hätten sich getrennt. Das habe aber mit dem Unfall vom Sonntag nichts zu tun. Der 27-Jährige habe ihm ungefähr gesagt: "Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen." Der Jurist rechnet mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Update am 06.01.2020, 11.30 Uhr: Unfallfahrer kommt ins Gefängnis

Der Unfallfahrer, der in Südtirol sechs junge Deutsche getötet hat, wird nach Bozen ins Gefängnis verlegt. Das sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Der 27-Jährige sei aus dem Krankenhaus in Bruneck bereits entlassen worden. Polizei und Staatsanwaltschaft in Südtirol ermitteln weiter zu den Umständen der tödlichen Alkoholfahrt im Wintersportort Luttach vom Sonntag. Der Mann war in eine Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei wurden weitere elf Menschen verletzt, eine Person kämpfte im Krankenhaus in Innsbruck in Österreich noch ums Überleben. Das berichtet die dpa.

Der Mann aus der Region war stark betrunken, wie ein Bluttest ergab. Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen zudem mitgeteilt: "Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen." An der Unglücksstelle sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Die Polizei in Bozen machte am Montagvormittag keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten. Der 27-Jährige war kurz nach dem Unfall festgenommen und ins Hospital gebracht worden.

Update am 06.01.2020, 7 Uhr: Angehörige müssen Leichen identifizieren

Die Ermittlungen zum schweren Unfall in Südtirol laufen. Die Behörden ermitteln wegen mehrfacher Tötung im Straßenverkehr. Die Polizei bat Angehörige der Opfer anzureisen, um die Unfallopfer im Krankenhaus zu identifizieren.

Update, 15.44 Uhr: Täter wird mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen - ein Mensch kämpfte ums Überleben

Die getöteten deutschen Touristen waren im Skiurlaub. Elf weitere Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, vier von ihnen schwer. Ein Mensch kämpfte ums Überleben. Der 27-jährige Täter kam in ein Krankenhaus und wird dort auch auf Drogen untersucht. Ihm wird unter anderem mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Skifahrer-Gruppe war auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr stiegen die jungen Leute aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße, wie ein Augenzeuge der dpa berichtete. Das Auto sei viel zu schnell unterwegs gewesen.

Update, 13.45 Uhr: Meisten Opfer aus NRW - Laschet äußert sich

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich zum schweren Unfall in Luttach/Bozen (Südtirol) geäußert. Demnach stammen die meisten der Unfallopfer aus NRW: "Dieses schreckliche Unglück macht mich fassungslos und unendlich traurig. Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass die meisten der Todesopfer aus Nordrhein-Westfalen stammen", schrieb der Politiker auf Twitter.

Laschet spricht den Angehörigen und Familien der Opfer sein Mitgefühl aus: "Ihnen, allen weiteren Opfern, ihren Familien, gilt unsere tiefe Anteilnahme. Dieser Tag ist ein trauriger Tag für unser ganzes Land."

Update, 12.50 Uhr: Zwei der Todesopfer aus NRW

Mindestens zwei durch den Unfall getötete Menschen stammen aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Das sagte ein Sprecher der Bozener Polizei der Deutsche Presse-Agentur. Eine Person aus Köln und eine Person aus Remscheid konnten identifiziert werden. Die Identifizieren der anderen Unfallopfer steht noch aus.

Zum Zustand des Autofahrers gibt es ebenfalls Neuigkeiten: Er hatte bei einem ersten Atemalkoholtest der Polizei 1,9 Promille.

Update, 12.15: Offiziell bestätigt: Todesopfer kommen alle aus Deutschland

Die Todesopfer des schweren Verkehrsunfalls in Luttach in Südtirol stammen alle aus Deutschland. Die sechs Personen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien noch am Unfallort gestorben, bestätigte die Feuerwehr des Ortes am Sonntag. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Update, 11.20 Uhr: Hotel-Angestellter sieht "Schlachtfeld" und fällt fast in Ohnmacht

Die Straße, an der die Unfallstelle liegt, ist unter Einheimischen für Verkehrsunglücke berüchtigt. In Luttach gab es wohl immer wieder laute Rufe nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Der 27-jährige Unfallverursacher war in der Nacht auf Sonntag mit seinem Sportwagen sehr schnell unterwegs. Er erfasste eine Gruppe von 17 jungen Menschen, sechs davon kamen ums Leben.

Ein Besitzerin eines nahe gelegenen Hotels erzählt, wie einer ihrer Angestellten die Unfallstelle vorgefunden hat: "Er hat die Szenerie als Schlachtfeld beschrieben. Die Körper lagen im Umkreis von 20, 30 Metern auf der Straße verteilt. Die Überlebenden hätten laut geschrien. Beim Anblick des Ganzen fiel er selbst fast in Ohnmacht", sagte sie zu Focus Online.

Update, 10.30 Uhr: Betrunkener Autofahrer erfasst Jugendliche mit voller Wucht

Der verantwortliche Autofahrer stammt wohl aus einer Gemeinde nahe des Unfallortes in Luttach. Der Betrunkene raste gegen 1 Uhr mit voller Wucht in die Menschengruppe. 17 junge Menschen wurden erfasst - sechs davon verstarben noch an der Unglücksstelle. Der 27-Jährige wurde festgenommen und wird nun wegen versuchter Tötung verdächtigt, wie Rai Südtirol berichtet.

Laut Informationen der dpa war der Mann mit einem PS-starken Sportwagen unterwegs.

"Das neue Jahr beginnt mit dieser schrecklichen Tragödie" sagte Arno Kompatscher, Südtiroler Landeshauptmann, auf einer Pressekonferenz am Sonntagmorgen: "Wir sind alle geschockt."

Update, 9 Uhr: Todesopfer wohl alle Studenten unter 25

Informationen des Südtiroler TV-Sender Rai Südtirol zufolge, handelt es sich bei den Opfern des Unfalls um ausschließlich Studenten, im Alter unter 25 Jahren. Der TV-Sender bezieht sich auf Angaben aus dem Ferienhaus, in dem die Verstorbenen untergebracht waren.

Update, 8 Uhr: Neue Details zu Drama in Bozen (Südtirol)

Die Behörden haben neue Informationen zum Tod der sechs Menschen aus Deutschland in der Nacht auf Sonntag veröffentlicht: Dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge geht die Polizei von einem Unfall und nicht von einer absichtlichen Tat aus.

Die Opfer des Unfalls kommen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Derzeit ist noch unklar, woher genau. Es handelt sich wohl um junge Menschen, die zum Unfallzeitpunkt an einem Reisebus standen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Die Menschengruppe war ausgegangen und gegen 1 Uhr in Luttach unterwegs.

Verschiedenen Medienberichten zufolge, soll der 28-jährige Autofahrer betrunken gewesen sein.

Erstmeldung, 7 Uhr: Sechs Deutsche sterben in Bozen (Südtirol)

Ein Auto ist in Südtirol in eine Reisegruppe gefahren und hat sechs Menschen tödlich verletzt. Man gehe davon aus, dass die Opfer aus Deutschland kommen, sagte ein Polizeisprecher aus Bozen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag (5. Januar 2020).

Drama in Bozen: Sechs Deutsche sterben am Unfallort

Das Auto sei gegen 1 Uhr nachts in der Nähe von Bruneck in die Gruppe gefahren. Die örtliche Polizei sei dabei zu ermitteln, wie das Unglück geschah. Man müsse die Opfer noch identifizieren. Woher in Deutschland sie kamen, war noch unklar. Das Auswärtige Amt äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.

Der Sender Rai Südtirol berichtete, das Fahrzeug sei in Luttach im Ahrntal in eine Gruppe aus 17 Menschen gerast. Mehrere seien verletzt worden, einige von ihnen schwer. Die sechs Menschen seien noch am Unfallort gestorben. 160 Einsatzkräfte waren dem Bericht zufolge im Einsatz. Am Morgen sollte es eine Pressekonferenz in dem Ort geben.

Lawinenunglück vergangene Woche: Drei Deutsche starben

Die Gegend liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Erst vergangenes Wochenende kamen bei einem Lawinenunglück in Südtirol drei Deutsche ums Leben. Mehr in Kürze auf inFranken.de.